Fisker plant E-SUV "Ocean" auf Volkswagens MEB-Basis

Statt mit eigener Technik und Festkörperbatterien will Fisker sein SUV-Modell Ocean auf Basis des modularen Elektrobaukastens von Volkswagen bauen.

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Jeder hat mal groß angefangen. Fisker beispielsweise wollte Luxusautos mit Festkörperbatterien anbieten. Nun soll Volkswagen den größten Teil seines Autos bauen - mit vergleichsweise konventioneller E-Technik.

(Bild: Fisker Automotive)

Von
  • Florian Pillau

Fisker will sein erstes SUV-Modell Fisker Ocean auf Basis des modularen Elektrobaukastens (MEB) von Volkswagen bauen. Bereits der Prototyp dieses SUV, den Fisker auf der Consumer Electronics Show 2020 enthüllte, sei auf MEB-Basis entstanden. Das schreibt der E-Auto-Hersteller in einer Präsentation für potenzielle Investoren, die am Montag (13. Juli 2020) verteilt wurde. Die Broschüre soll den Fusionsplan mit der Spartan Energy Acquisition Corporation flankieren.

Volkswagen hatte den MEB 2018 vorgestellt. Sie wird technische Basis für alle kommenden Elektrofahrzeuge der Elektro-Marke ID, aber auch für bestimmte Modelle der Konzernmarken Audi, Seat und Skoda. Volkswagen möchte die Plattform zudem außerhalb seines Konzerns lizenzieren. Der erste Versuch mit e.Go Mobile scheiterte, nachdem das Startup zahlungsunfähig geworden war. Mit Ford besteht ein Vertrag über die künftige Nutzung des MEB. Ford wird zunächst einige zehntausend Nutzfahrzeugmodelle jährlich aus MEB-Basis herstellen.

Das SUV Fisker Ocean soll mit einem herkömmlichen Lithium-Ionen-Akku mit einer Speicherkapazität von rund 80 kWh eine Reichweite von rund 480 km sicherstellen. Die Karosserie soll zum Teil aus Recyclingstoffen bestehen und ein veganes Interieur bekommen.

Die Nutzung der MEB-Plattform von Volkswagen soll laut Fisker den Preis drücken helfen und den Produktionsanlauf beschleunigen. Ursprünglich wollte der Firmengründer Henrik Fisker eine Luxuslimousine mit einer noch zu entwickelnden Festkörperbatterie anbieten. Mit einer MEB-Lizenz von Volkswagen würde sich Fisker zunächst in erster Linie auf den Karosseriebau beschränken.

Sollte Fisker wie geplant noch im Juli mit Volkswagen ins Geschäft kommen, rechnet die Firma damit, bis Ende 2021 50 bis 100 Vorserienautos zu bauen und die Produktion bis Ende 2022 aufzunehmen. Volkswagen sagte dazu gegenüber dem Tech-Magazins The Verge: "Die Audi-Tochter Italdesign hat die MEB-Plattform in Absprache mit Volkswagen als Grundlage für die Entwicklung des SUV Fisker Ocean verwendet. Eine mögliche Zusammenarbeit mit Fisker bei der Umsetzung eines Serienprojekts steht jedoch noch nicht fest."

(fpi)