Flash-Speicher: Apple will keine NAND-Chips von chinesischem Lieferanten YMTC

Yangtze Memory Technologies Co. fällt aufgrund engerer US-Importrestriktionen als neuer NAND-Speicherlieferant fürs iPhone aus, heißt es in einem Bericht.

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Hauptplatine des iPhone 14 Pro Max

Blick auf die Hauptplatine eines iPhone 14 Pro Max – rot umrandet die NAND-Chips, hier von Samsung.

(Bild: iFixIt)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat sich dagegen entschieden, erstmals NAND-Speioherbausteine eines chinesischen Anbieters für sein iPhone anzukaufen. Die Module des Anbieter Yangtze Memory Technologies Co. (YMTC) würden nicht in den Geräten verbaut, heißt es in einem Bericht der japanischen Wirtschaftsnachrichtenagentur Nikkei. Grund sei "politischer Druck" seitens der Vereinigten Staaten.

Apple verbaut in seinen iPhones aktuell vor allem NAND-Module aus Japan und Südkorea – von den Lieferanten Kioxia (vormals Toshiba) und Samsung. Mit YMTC wollte man diesen Bereich offenbar stärker diversifizieren, was für den Konzern sicherlich auch Preisvorteile bedeutet hätte. Nun soll sich der iPhone-Produzent dazu entschieden haben, doch nicht auf NANDs von YMTC zurückzugreifen, das vom chinesischen Staat finanziert wird. Angeblich soll geplant gewesen sein, bis zu 40 Prozent aller Flash-Module für das iPhone von YMTC zu beziehen – allerdings erst in einigen Jahren.

Gegen YMTC und 30 weitere chinesische Unternehmen läuft seit letzter Woche eine neue Runde von Sanktionen, die die Regierung von Präsident Joe Biden veranlasst hat. Diese seien von den zuständigen US-Stellen nicht überprüfbar gewesen. Auch das US-Handelsministerium prüft, ob YMTC sich an alle Regeln gehalten hat – angeblich liefert der Speicherproduzent an den Telekommunikationsriesen Huawei, der offiziell auf einer schwarzen Liste steht. Beobachter glauben, dass die Sanktionen starke negative Auswirkungen auf die chinesische Halbleiterbranche haben könnten.

Die Entscheidung der Regierung, YMTC auf die sogenannte "Unverified Trade List" zu setzen, sorgt zunächst für eine Prüfung, die 60 Tage läuft. Fehlen den Beamten bis zum Ende dieser Phase noch Daten, könnten noch deutlich stärkere Restriktionen greifen. Die aktuelle Politik der Biden-Administration sieht vor, dass nicht durchführbare Standortkontrollen dazu führen, dass Unternehmen auf der "Unverified"-Liste auf der sogenannten Entity List landen. Diese macht es quasi unmöglich, mit solchen Firmen Handel zu treiben.

Weder Apple noch YMTC wollten den Bericht zuznächst kommentieren. Die Aufnahme von YMTC auf die Entity List würde die Spannungen mit Peking weiter verschärfen und alle Handelspartner des Unternehmens dazu zwingen, sich bei der US-Regierung um nur sehr schwer zu erlangende Lizenzen zu bemühen, bevor sie ihnen auch nur die einfachsten technischen Produkte liefern. Apple selbst hat daran offensichtlich kein Interesse.

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(bsc)