Flugobjekt mit richtigem Riecher: Drohne kontrolliert Schiffsabgase in Ostsee

Zweimal pro Tag starten künftig Kontrollflüge von der Insel Fehmarn. Es geht dabei um den Schwefelanteil in den Abgasen. Es drohen hohe Strafen.

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Die Kontrolldrohne im Flug

Diese Drohne überprüft künftig in der Luft die Abgase von Schiffen in der Ostsee

(Bild: BSH)

Von
  • Malte Kirchner
  • mit Material der dpa

Auf der Ostseeinsel Fehmarn ist am Mittwoch erstmals eine Drohne gestartet, um Schiffsabgase auf der Ostsee zu messen. Dabei gehe es besonders um den Schwefelgehalt der Abgase, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Karin Kammann-Klippstein. "Grenzwerte wirken nur dann, wenn ihre Einhaltung kontrolliert wird."

Die Drohnen ermöglichten es, Schiffsemissionen auf See zu analysieren und dadurch zu überwachen, ob die gesetzlich festgelegten Grenzwerte eingehalten werden. Die Klimagase, die von Schiffen ausgehen, sind ein wachsendes Problem.

Die Kontrollflüge werden den Angaben zufolge gemeinsam mit der Europäischen Maritimen Sicherheitsagentur organisiert. Betrieben werden die unbemannten Fluggeräte, die etwa die Größe eines kleinen Traghubschraubers haben, von einer norwegischen Firma. Ähnliche Kontrollflüge gab es bereits in Spanien und in Litauen.

Die ferngesteuerten Drohnen vom Typ Camcopter S-100 starten den Angaben zufolge auf einem Militärstützpunkt an der Ostküste Fehmarns und fliegen zweimal täglich für jeweils zweieinhalb Stunden gezielt Schiffe im Fehmarnbelt und in der Kadetrinne an. Ein Informationssystem stellt die Messergebnisse mit den Daten des gemessenen Schiffes den Kontrollbehörden in allen europäischen Häfen in Echtzeit zur Verfügung. Weisen die Daten darauf hin, dass der zulässige Anteil von 0,10 Prozent Schwefel im Kraftstoff überschritten wird, können Schiffe in ihren nächsten Anlaufhäfen gezielt für Kontrollen ausgewählt und Proben des Kraftstoffs genommen werden. Werden Verstöße nachgewiesen, drohen den Verantwortlichen hohe Strafen.

Nord- und Ostsee gehören nach Angaben des Bundesamtes zu den am häufigsten und dichtesten befahrenen Meeren der Welt. Sehr stark befahrene Schifffahrtsstraßen der Ostsee sind der Große Belt und die Kadetrinne. Allein für den Großen Belt gehen Prognosen für 2030 von einem Transit von 80.000 Schiffen aus. Mit dem wachsenden Schiffsverkehr auf der Ostsee wachsen auch die Emissionen von Kohlendioxid, Stickoxiden und Schwefeldioxid.

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(mki)