Folge des Corona-Virus: Weniger Staus, weniger Unfälle

Das Corona-Virus hinterlässt Spuren im Straßenverkehr. Polizei und ADAC berichten von deutlich rückläufigen Unfallzahlen und weniger Staus

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Deutlich weniger los als normal: Die Ausgangsbeschränkungen des Corona-Virus reduzieren den Verkehr.

(Bild: ASFINAG)

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Die Corona-Pandemie hat spürbare Folgen für den Verkehr. Das wird schon deutlich, wenn man sich die Zahl der europäischen Flugbewegungen ansieht, die seit dem Ausbruch um rund 75 Prozent zurückgegangen sind. Doch auch im regionalen Straßenverkehr hinterlässt das Virus seine Spuren – hier ausnahmsweise sogar positive, denn die Zahl der Unfälle geht deutlich zurück.

Der ADAC vermeldet auf bayrischen Autobahnen derzeit deutlich weniger Staus als sonst. Das Minus, so der Club, liege bei mehr als 50 Prozent. Statt an 1231 Stellen wie in der Vorwoche stockte der Verkehr nur noch an 571 Abschnitten. „Grund dafür ist das mit der Corona-Krise einhergehende, drastisch gesunkene Mobilitätsverhalten, wie zum Beispiel die Verlagerung der Arbeitsstätten in die eigenen vier Wände und die extrem eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten“, erläuterte der ADAC Südbayern am Dienstag (24. März 2020) in München.

Die Grafik verdeutlicht, wie drastisch das Corona-Virus die Mobilität beeinflusst.

(Bild: ADAC)

„Megastaus gibt es aber nach wie vor, der meiste Stillstand findet aufgrund der verschärften Kontrollen an den Grenzübergängen statt.“ Auch an den derzeit 97 Baustellen im Freistaat könne der Verkehr stocken. Dennoch dürfte die Zahl der Staus weiter sinken, denn die derzeit geltenden, weit reichenden Ausgangsbeschränkungen traten erst am vergangenen Samstag (21. März 2020) in Kraft.

Die Corona-Krise hat auch in Hessen den sonst vielerorts dichten Berufsverkehr erheblich ausgedünnt. „Der Verkehr hat deutlich abgenommen“, sagte eine Sprecherin der Verkehrsbehörde Hessen Mobil mit Blick auf die Autobahnen im Land. Wenn es überhaupt noch Stau gebe, dann wegen einer Panne oder einem Unfall. Rund 40 Prozent weniger Autoverkehr registrierte die Behörde Ende vergangener Woche im Vergleich zu den Vorjahren. Der Schwerlastverkehr ging demnach um mehr als ein Drittel zurück.

Mit der Verkehrsdichte sinkt die Zahl von Unfällen, wie unter anderen das Polizeipräsidium Nordhessen beobachtet: „Das ist im Tagesgeschäft deutlich zu merken“, sagte ein Sprecher. Innerorts wie außerorts und auf den Autobahnen seien deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs, entsprechend sei das Unfallaufkommen geringer.

Busse und Bahnen sind leer wie sonst höchstens in den Sommerferien. In Nordhessen sei die Zahl der Fahrgäste auf ein Viertel geschrumpft, teilte der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) mit. Die zuletzt verfügten Kontaktverbote machten sich bemerkbar und es gebe mehr Erkrankungen beim Fahrpersonal. Das Angebot wird ab morgigen Mittwoch weiter ausgedünnt. Ziel sei, „auf den Bus- und Bahnlinien so lange wie möglich ein stabiles Grundangebot zu erhalten“, erklärte der NVV. Es müsse zudem mit weiteren Einschränkungen gerechnet werden. Der NVV bietet Erstattungen unter anderem für Wochen- und Monatskarten an. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat sein Angebot reduziert.

Auch die Polizeistationen in Rheinland-Pfalz registrieren derzeit deutlich weniger Betrieb auf den Straßen. „Bei uns kann sich keiner daran erinnern, dass es einmal an einem Wochenende so wenige Unfälle gab“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz. Statt wie sonst etwa 130 Mal habe es „nur“ 50 Mal gekracht. „Was den allgemeinen Verkehr angeht, ist ein deutlicher Rückgang spürbar“, betonte er in Kaiserslautern.

Ähnlich ist es in Koblenz. „Der Verkehr ist deutlich geringer“, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. „Es gibt zwar noch Unfälle, aber es sind viel weniger.“ Auch die Zahl der freien Parkplätze sei sprunghaft gestiegen. „Viele, die sonst knallvoll sind, sind derzeit fast leer. Die Leute halten sich sichtbar an die Beschränkungen.“ Gleiche Erfahrungen machen die Behörden in Trier. „Landauf, landab sind viel weniger Menschen auf den Straßen unterwegs“, sagte ein Sprecher der Polizei in der Mosel-Stadt. Am vergangenen Wochenende habe die Polizei 72 Unfälle gezählt, zuvor seien es 120 gewesen. „Am gleichen Wochenende im vergangenen Jahr hatten wir 191 Unfälle registriert. Man sieht, die Leute halten sich an die Regelungen und sind viel weniger unterwegs“, sagte der Sprecher in Trier.

(mfz)