Fotosoftware Lightroom bearbeitet Videos

Adobe Lightroom CC und Lightroom Classic CC entwickeln Videodateien mit allen Reglern und Presets. Letztere lassen sich jetzt abschwächen und selektiv anwenden.

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Lightroom CC kann in der aktuellen Version Fotos und Videos gleichermaßen mit denselben Werkzeugen bearbeiten.

Von
  • André Kramer

Videos lassen sich in Lightroom jetzt wie Fotos mit dem vollständigen Werkzeugkasten bearbeiten, bestehend aus Reglern für Belichtung, Kontrast, Schatten, Lichter, Sättigung sowie Paletten für Details, Schärfe, Effekte und Colorgrading und mehr. Auch Presets, Voreinstellungen mit Bildlooks für satte Farben oder Schwarz-Weiß, lassen sich auf Videodateien anwenden. In Lightroom kann damit denselben Look auf Fotos und Videos anwenden, beispielsweise um sie zu einer Foto-Video-Show zu kombinieren. Den Anfang und das Ende eines Clips kann Lightroom beschneiden. Für weitere Videobearbeitung müssen Nutzer zu Programmen wie Premiere Pro wechseln.

Die Videofunktionen sind auch in den Smartphone-Apps für Android und iPhone beziehungsweise iPad verfügbar. Über die Creative Cloud tauscht Lightroom die Videos ebenso wie Fotos inklusive Entwicklungseinstellungen mit allen Client-Versionen aus.

Über alle aktuellen Lightroom-Ausgaben kann man Videos exportieren. Vollständige Alben mit Videos und Fotos lassen sich über lightroom.adobe.com teilen. Das Exportmodul von Lightroom Classic soll nun die GPU nutzen damit deutlich schneller arbeiten als zuvor.

Lightroom bringt eine Reihe Voreinstellungen für Farb- und Schwarz-Weß-Looks mit. Unzählige weitere stellen vielen Anbieter zum Download bereit. Bisher konnten Lightroom-Nutzer solche Presets nur anwenden oder nicht anwenden. Jetzt bringt das Programm einen Amount-Regler mit, der die Wirkung graduell zurücknimmt ähnlich wie der Deckkraftregler von Photoshop.

Über die KI-gestützte Auswahl von Himmel oder Motiv kann man Presets außerdem selektiv auf maskierte Bildbereiche anwenden. Darüber hinaus bietet Adobe mehrere Gruppen Premium-Presets an, beispielsweise für Konzerte, Essen, Architektur und auch eine speziell für Videos. Selektiv angewandte Entwicklungseinstellungen kann man ebenfalls mit einem Amount-Regler graduell zurücknehmen.

Der "Amount"-Regler nimmt in Lightroom Classic und Lightroom CC die Wirkung eines Presets graduell zurück.

Adobe Lightroom CC kann jetzt rote Augen korrigieren. Die Funktion wirkt aus der Zeit gefallen, aber laut Adobe haben viele Kunden danach gefragt. Lightroom Classic hat dafür seit vielen Jahren ein Werkzeug an Bord, mit dem man das rote Auge allerdings manuelle markieren muss. In Lightroom CC findet KI die Augen und korrigiert den Fehler selbstständig.

Lightroom CC hat außerdem eine Vergleichsansicht erhalten, mit der sich zwei Fotos gegenüberstellen lassen, um sie zu bewerten oder ein passendes auszuwählen.

Auch in Lightroom CC kann man Fotos nun in einer Vergleichsansicht gegenüberstellen.

Bisher konnte Lightroom CC keine Masken kopieren und in einem anderen Bild einfügen. Jetzt lassen sich auch KI-Masken übertragen. Dabei berechnet das Programm die Maske für jedes Foto neu, sucht also bei Motivmasken in jedem Foto von Neuem nach dem Bildmotiv, anstatt die Maske statisch Pixel für Pixel zu übertragen.

Im „Entdecken“-Modus kann man nun Bilder anderer Nutzer bearbeiten (Remix) und nach Fotos suchen, beispielsweise wenn ein anderer Nutzer auf seine Arbeit aufmerksam macht. Zuvor war es nicht möglich nach Nutzern zu suchen.

Im Entdecken-Modus kann man nun nach Stichworten und Nutzern suchen.

Die Updates für Lightroom CC und Lightroom Classic CC stehen registrierten ab sofort zum Download zur Verfügung. Zusammen mit Photoshop CC kosten beide Programme im Foto-Abo inklusive 20 GByte Cloudspeicher 11,89 Euro. Alle genannten Programme laufen sowohl unter Windows als auch unter macOS.

Siehe auch:

(akr)