Intel-Chipfertigung: Brookfield pumpt 15 Milliarden US-Dollar in Halbleiterwerke

Auf der Suche nach neuem Kapital gründet Intel das Semiconductor Co-Investment Program. Brookfield kauft sich als Erster für knapp 15 Milliarden US-Dollar ein.

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(Bild: Intel)

Von
  • Mark Mantel

Intel sucht Co-Investoren zum Bau neuer Halbleiterwerke, die im Rahmen der Intel Foundry Services (IFS) Chips für Auftragskunden herstellen sollen. Der kanadische Vermögensverwalter Brookfield Asset Management steigt als erster Investor in das neu gegründete Semiconductor Co-Investment Program (SCIP) ein.

Bis zu 14,7 Milliarden US-Dollar lässt sich Brookfield 49 Prozent Anteil an Intels zwei neuen Halbleiterwerken in Arizona kosten. Das Ganze funktioniert dann wie ein Joint-Venture, bei dem sich die beiden Firmen den Umsatz teilen. Als Mehrheitseigner behält Intel die Bestimmungsrechte und das intellektuelle Eigentum.

Die Partnerschaft betrifft ausschließlich die zwei neuen Halbleiterwerke und nicht die Intel Foundry Services als Gesamtes. Den Bau gab Intel bereits Anfang 2021 bekannt – damals prognostizierte die Firma noch Kosten von 10 Milliarden US-Dollar pro Halbleiterwerk. Inzwischen sollen die Kosten jedoch gestiegen sein, insbesondere für die Lithografie-Systeme von ASML zur Belichtung der Chips.

Intels Semiconductor Co-Investment Program (SCIP) (2 Bilder)

Intel behält 51 Prozent der neuen Arizona-Fabs. Das geistige Eigentum (IP), also alle Technikgeheimnisse, verweilen beim Unternehmen.
(Bild: Intel)

Laut eigener Mitteilung plant Intel weitere solcher Partnerschaften bei anderen Halbleiterwerken mit weiteren Investoren. Die Firma löst damit ein Problem, das die Geschäftszahlen weiter massiv beeinflussen würde: Die Investitionen in die Chipauftragsfertigung sind eine milliardenschwere Wette auf die zukünftige Nachfrage nach Chips. Intel muss erst einmal beweisen, mit Konkurrenten wie TSMC und Samsung mithalten zu können.

Mit dem SCIP teilt sich Intel das Risiko fortan mit Investoren. Zudem poliert Intel so in Zukunft die eigenen Geschäftszahlen auf, da die Ausgaben signifikant sinken. Derzeit steht Intel unter Druck, da wegen des rückläufigen PC-Marktes und der starken Konkurrenz durch AMD der Umsatz eingebrochen war.

(mma)