Frachtensegler Oceanbird für 7000 Autos: Erste Tests

In vier Jahren soll der schwedische Frachtensegler fertig sein. Zunächst wurde das Segelprinzip getestet.

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So soll 2024 die Oceanbird in See stechen.

(Bild: Wallenius Marine)

Von
  • Andreas Wilkens

2024 will der schwedische Schiffbauer Wallenius Marine mit dem "Oceanbird" einen Frachtensegler zu Wasser lassen, der 7000 Autos transportieren kann. Der Ankündigung vom September dieses Jahres folgte nun ein erster Praxistest in kleinem Rahmen.

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Ein Versuch mit einem 7 Meter langen Boot und einem Segel sei erfolgreich verlaufen, schreibt Wallenius Marine. Auf dem letztlich geplanten 200 Meter langen Schiff sollen fünf 80 Meter hohe Segel installiert sein. Eine Atlantiküberquerung soll es in zwölf Tagen schaffen können bei einer Emissionsersparnis von 90 Prozent gegenüber herkömmlichen Autotransporten.

Studenten des schwedischen Königlichen Institut für Technologie (KTH) ließen das Testboot im Viggbyholm Boat Club nördlich von Stockholm zu Wasser, um die Struktur des flügelartigen Segels zu untersuchen, ob ihre ferngesteuerte Ausrichtung funktioniert und um größere Tests im November vorzubereiten. Statt einer Funksteuerung sollen in künftigen Prototypen ein Computer anhand von Daten aus Windsensoren, GPS und einem Kompass selbstständig entscheiden, wie die Segel und das Ruder eingestellt werden müssen.

Während des Tests herrschte nur leichter Wind, das Boot habe sich wie erwartet verhalten, heißt es in der Mitteilung. Ohne Motor musste das Ruder in einem konstanten Winkel gehalten werden, sonst wäre das Boot im Kreis gefahren. Das sei aber vor Testbeginn schon klar gewesen.

Frachtensegler Oceanbird soll 2024 tausende Autos transportieren (10 Bilder)

200 Meter lang und …
(Bild: Wallenius Marine)

Als nächstes wollen die Projektbetreiber ein Boot mit vier Segeln testen. Dann sollen auch Sensoren und ein Computer an Bord sein. Bevor aber der nächste Prototyp ins Wasser gelassen werden kann, muss die Technik zuvor noch ausgiebig im Labor an Land getestet und optimiert werden.

Ursprünglich sollten auf der Oceanbird faltbare Segel aufgesetzt werden. Stattdessen haben sich die Projektmacher für das Teleskopprinzip entschieden, denn diese Konstruktion sei stabiler, platzsparender und praktikabler, zum Beispiel bei starkem Wind.

Wallenius Marine geht davon aus, dass das letztgültige Design der Oceanbird Ende 2021 feststeht und auch bestellbar sein soll. Außer mit dem KTH arbeitet das Unternehmen dabei mit dem schwedischen Marinetechnik-Unternehmen SSPA zusammen.

Ein Konkurrenzprojekt ist der Frachtensegler des kanadischen Unternehmens Sailcargo. Es soll 45 Meter lang werden und zehn Standardcontainer befördern können.

(anw)