Framework: Modulares Notebook mit Wechselanschlüssen und 3:2-Display

Das US-Start-up Framework zeigt, wie ein nachhaltiges Notebook aussehen kann. Fast alle Komponenten sind einzeln austauschbar.

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(Bild: Framework)

Von
  • Mark Mantel

Framework hat das erste eigene Notebook angekündigt, schlicht Framework Laptop genannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mobilgeräten ist das Modell weitgehend modular aufgebaut, um es mit vielen Reparaturmöglichkeiten und Aufrüstoptionen nachhaltig zu gestalten.

Als Basis dient ein Aluminiumgehäuse mit einem Display im hohen 3:2-Format, das etwa Microsoft bei Surface-Geräten einsetzt. Beim Framework-Notebook stellt der 13,5 Zoll große IPS-Bildschirm 2256 × 1504 Pixel dar, deckt den sRGB-Farbraum komplett ab und leuchtet mit bis zu 400 cd/m².

Die Firma hat ein eigenes Mainboard entworfen, auf dem Intels Mobilprozessoren der Baureihe Tiger Lake-U sitzen. Zur Auswahl stehen Vierkerner vom Core i5-1135G7 bis zum hochgetakteten Core i7-1185G7 – alle laufen mit einer Thermal Design Power (TDP) von 28 Watt. Die CPU lässt sich als einzige große Komponente nicht einzeln austauschen, da Mobilprozessoren immer verlötet werden. Framework will künftig einzelne Mainboards mit neuen CPUs verkaufen.

Das Gehäuse kann man von oben öffnen, um an alle Komponenten zu gelangen. Arbeitsspeicher, SSD, WLAN-Modul und Akku lassen sich einzeln austauschen – Kleber kommt nicht zum Einsatz. An beiden Seiten befinden sich je zwei Ausbuchtungen für Anschlussmodule, die intern über USB-C angebunden sind. Somit ist man nicht auf bestimmte Ports festgelegt, sondern kann die Module einsetzen, die man gerade benötigt: unterwegs etwa USB und einen Micro-SD-Kartenleser, zu Hause DisplayPort oder HDMI für externe Monitore.

Framework Laptop (9 Bilder)

(Bild: Framework)

Grundsätzlich beherrscht das Framework-Notebook Thunderbolt 4, allerdings hat Intel das Gerät noch nicht entsprechend zertifiziert. Der Hersteller merkt daher nur das eng verwandte USB 4 an. Der 55 Wattstunden starke Akku wird per USB-C aufgeladen. Das komplette Notebook wiegt rund 1,3 kg.

Aufgrund der vier USB-C-Anschlüsse für die Module ist Framework auf eigene Mainboard-Designs angewiesen. Neue Ausführungen wird es folglich nur geben, wenn das Notebook einen kommerziellen Erfolg erzielt – an dieser Stelle scheiterten vergleichbare Konzepte in der Vergangenheit.

Bisher lässt sich das Framework-Notebook in verschiedenen Konfigurationen nur in den USA vorbestellen. Bis zum Jahresende will die Firma das Gerät auch in Europa mit lokalisierten Tastaturen verkaufen. Komponenten wie Tastaturen, Display-Scharniere und Anschlussmodule will Framework dann ebenfalls im Shop anbieten.

Das Barebone mit Core i5-1135G7 kostet 750 US-Dollar ohne SSD, RAM, Betriebssystem, WLAN-Modul und Netzteil. Das entspricht umgerechnet gut 730 Euro mit 19-prozentiger Mehrwertsteuer (in US-Preisen nicht enthalten). Pro Anschlussmodul kommen 9 bis 19 US-Dollar hinzu. Vorkonfigurierte Varianten starten bei 1000 US-Dollar mit 8 GByte DDR4-3200-RAM, 256-GByte-SSD, Wi-Fi 6 und Windows 10 Home.

(mma)