France 2030: Macron plant Mini-AKW, Millionen Elektroautos, CO2-armes Flugzeug

Der französische Präsident hat seinen Plan vorgestellt, wie die Wirtschaft seines Landes ökologischer werden soll. Als einen Trumpf sieht er die Atomkraft.

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Macron stellt seinen Plan für die nächsten 8 Jahre vor.

(Bild: elysee.fr)

Von
  • Andreas Wilkens

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen Plan vorgestellt, wie sein Land in den kommenden Jahren mit den derzeitigen großen Herausforderungen umgehen sollte. Bis 2030 will er eine Milliarde Euro in die Technik der Small Modular Reactor (SMR), vulgo Mini-AKW investieren. Sein Land solle Marktführer in der Technik zur Gewinnung grünen Wasserstoffs werden, die Treibhausgasemissionen der Industrie gegenüber 2015 um 35 Prozent reduzieren und zwei Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge auf die Straßen bringen.

"Wir müssen uns unbedingt auf bahnbrechende Technologien und tiefgreifende Veränderungen in der Atomkraft vorbereiten", schildert Macron in seinem Plan France 2030 (PDF). Die SMR seien viel kleiner und viel sicherer, und Sicherheit sei ein Schlüsselpunkt in der Debatte über die Atomkraft. Mit seinen 200.000 Menschen, die derzeit in der französischen Atomindustrie arbeiteten, sei Frankreich das Land mit dem geringsten CO2-Ausstoß in der Stromproduktion. Eine Milliarde Euro sollen schnell in kleine Projekte investiert werden.

Das Ziel der Marktführerschaft in der Produktion grünen Wasserstoffs bis 2030 sei greifbar, mein Macron. Als einen wichtigen Trumpf bringt der Präsident die bereits bestehende Atomkraft ins Spiel, mit der hohe Energiebedarf der Elektrolyse CO2-arm gedeckt werden könne. Nach gängigen Definitionen wird die Elektrolyse mit Atomstrom allerdings als "Pinker Wasserstoff" bezeichnet. Macron weist auch auf das französische Know-how in der Elektrolyse-Technik hin und nennt stellvertretend das Unternehmen Air Liquide.

Der in Frankreich produzierte Wasserstoff soll dabei helfen, den örtlichen Straßen- und Flugverkehr zu dekarbonisieren. Parallel dazu will Macron 500 Millionen Euro in die Erzeugung erneuerbarer Energien investieren, insbesondere Wind- und Sonnenkraft. Zusammen mit der Dekarbonisierung der Wirtschaft, vorwiegend der Zement-, Stahl- und Chemieproduktion, fallen bis 2030 für die bisherigen Punkte rund 8 Milliarden Euro Investitionen an, sagte Macron.

Ende dieses Monats will Macron mit den Vertretern der Automobilbranche sprechen, um das Ziel von 2 Millionen Hybrid- und Elektroautos für das Jahr 2030 zu besprechen. Dabei werde es um Investitionen, Batterietechnik und Digitalisierung gehen. Nach Angaben des ZSW gab es weltweit im Jahr 2020 knapp 11 Millionen rein batterieelektrisch betriebene Autos. Allein in Frankreich wurden in dem Jahr 195.000 zugelassen. In diesen Sektor will Macron zusammen mit dem Ziel eines CO2-armen Flugzeugs 4 Milliarden Euro investieren.

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Weiteres Geld soll fließen in eine nachhaltige und Versorgung mit gesünderen Lebensmitteln, in die Herstellung von Medikamenten gegen Krebs und chronische Krankheiten, die Erforschung des Weltraums und des Meeresbodens. Frankreich soll auch Spitzenreiter in der Produktion kultureller und kreativer Inhalte werden, betonte Macron.

(anw)