'Frauenfeindliche Statements': Ex-Facebook-Manager muss Apple verlassen

Eine Personalie hat zu heftigem Widerstand unter Apple-Angestellten geführt: Wenige Stunden nach einer internen Petition wurde ein Werbespezialist entlassen.

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(Bild: chainarong06/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple hat eine umstrittene Personalentscheidung innerhalb kurzer Zeit korrigiert: Der Werbespezialist Antonio García Martínez, der einst Facebooks Ad-Targeting-Team mit aufbaute, hat den iPhone-Konzern nur wenige Tage nach seiner Einstellung wieder verlassen.

Apple-Mitarbeiter hatten kurz zuvor in einem internen Schreiben zu einer Untersuchung der Neueinstellung aufgerufen: Die "frauenfeindlichen Statements" in García Martínez' Buch Chaos Monkey stünden in "direktem Gegensatz zur Apples Verpflichtung zu Inklusion und Diversität", heißt es in dem Brief, den offenbar innerhalb kurzer Zeit rund 2000 Mitarbeiter unterschrieben.

Nur wenige Stunden später bestätigte Apple gegenüber The Verge, dass der Manager nicht länger für das Unternehmen arbeite. Man sei um ein inklusives Arbeitsumfeld bemüht, in dem "jeder respektiert und akzeptiert wird", so das Unternehmen. Für diskriminierendes Verhalten gebe es keinen Platz.

Stein des Anstoßes sind Passagen aus García Martínez' 2016 veröffentlichtem Buch Chaos Monkey, eine Art autobiografische Insider-Abrechnung mit dem Silicon Valley. Besonders der Satz, die meisten Frauen in der San Francisco Bay Area seien "schwach, verhätschelt und naiv [...] und reden generell nur Scheiße", wurde als ein Beispiel hervorgehoben. Man wolle wissen, warum seine "publizierten Ansichten zu Frauen und People of Color übersehen oder ignoriert wurden", heißt es in dem Schreiben von Apple-Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

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Es scheint das erste Mal gewesen zu sein, dass sich Apple-Angestellte aktiv gegen eine Neueinstellung zusammengeschlossen haben. Es sei einfach nur ermüdend, als Frau in der Technik-Branche zu arbeiten, schrieb eine Apple-Mitarbeiterin auf Twitter – man sitze Männern gegenüber, "die aufgrund meines Geschlechts denken, ich bin soft, schwach und rede generell nur Scheiße".

Die nur wenige Tage zurückliegende Anstellung von García Martínez durch Apple hatte auch darüber hinaus für Verwunderung gesorgt: Zeitgleich mit der von der Werbebranche vehement bekämpften Einführung der Tracking-Transparenz-Initiative in iOS 14.5 hat Apple gerade erst sein eigenes Werbegeschäft mit prominenterer Suchwerbung im App Store ausgebaut. Die Anstellung des ehemaligen Facebook-Managers legte nahe, dass Apple sein Werbegeschäft zu einem wichtigeren Geschäftsbereich machen will. (lbe)