FreeBSD 11.4 mit ZFS-Verbesserungen und neuen Tools

Das letzte Update für den 11er-Zweig umfasst unter anderem Software-Updates, eine Erweiterung für ZFS und ein einfaches Tool zur Zertifikatsverwaltung.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 10 Beiträge

(Bild: FreeBSD Foundation)

Von

Fast ein Jahr nach Version 11.3 haben die Entwickler von FreeBSD das 11.4-Release veröffentlicht, das traditionsgemäß die letzte Version des 11er-Entwicklungszweiges sein wird. FreeBSD 11.4 erhält noch bis zum 30. September 2021 wichtige Updates und Sicherheitsfixes.

Spätestens dann müssen Anwender auf die 12er-Reihe umsteigen: Aktuell ist FreeBSD 12.1, dem voraussichtlich im Oktober die Version 12.2 folgen wird. FreeBSD 13, das einige größere Änderungen bringen wird, könnte Mitte 2021 kommen.

Das 11.4-Release ist dem verstorbenen Bruce Evans gewidmet, der laut dem Who-is-Who von FreeBSD unter anderem der "Style Police-Meister" war und der Entwicklern, deren Beiträge nicht den hohen Standards von FreeBSD genügten, auf die Finger klopfte.

In FreeBSD 11.4 wurden die Umbenennung von ZFS-Bookmarks in ersten Teilen implementiert. Zum Hintergrund: Eine der Stärken des Dateisystems ZFS sind Snapshots, die einen bestimmten Zeitpunkt festhalten, der nicht mit neuen Daten überschrieben wird. Snapshots können im Hintergrund an ein Backup-Medium gesendet werden. Bei Bedarf kann man später zu einem von ihnen zurückwechseln und damit alle seitdem vorgenommenen Änderungen ungeschehen machen. Die Kehrseite: Snapshots fressen Speicherplatz.

Bookmarks sind vereinfacht ausgedrückt Zeitstempel von Snapshots, die die Speicherbereiche für sich betrachtet nicht schützen. Für Backups und Replikation lassen sie sich zum Platzsparen nutzen, indem man ein Offsite-Backup des Snapshots macht (zfs send/receive), ein Bookmark setzt und den Snapshot dann entfernt. Später kann man wieder einen Snapshot machen und diesen mithilfe des Bookmarks als speichersparendes inkrementelles Backup anfertigen.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Auch das ZFS-Dateisystem selbst wurde verbessert und soll nun bei synchronen 128k-Schreibvorgängen 15 bis 20 Prozent schneller sein. Beim ZFS ZIL (ZFS Intent Log, Journal) kann die maximale Blockgröße nun variiert werden.

Das Update-Werkzeug von FreeBSD, freebsd-update(8), erhielt zwei neue Befehle: Mit "updatesready" kann überprüft werden, ob Updates verfügbar sind. Bislang erfuhr man dies indirekt über den "fetch"-Befehl. Über "showconfig" wird die aktuelle Konfiguration von freebsd-update(8) über stdout ausgegeben, so dass Skripte nicht mehr die /etc/freebsd-update.conf(5)-Datei parsen müssen.

Der "updatesready"-Befehl in Aktion.

(Bild: Screenshot)

Mit certctl(8) steht dem Systemverwalter ein neues Werkzeug zur Seite, um Zertifikate zu managen. Zertifikate, denen man nicht vertrauen will, lassen sich so einfach auf eine schwarze Liste setzen:

certctl list
certctl blacklist cd8c0d63.0
certctl rehash

Der Funktionsumfang einiger weiterer Tools wurde geringfügig erweitert: "camcontrol(8)" beherrscht nun Accessible Max Address Configuration (AMA), "usbconfig(8)" erhielt den detach_kernel_driver-Befehl, "cron(8)" kennt zwei neue Flags -n und -q, um Erfolgsmeldungen und Logging zu unterdrücken. Der crypto(4)-Treiber wurde von alten Algorithmen befreit und der usbsec(4)-Treiber als veraltet markiert. Er wird mit FreeBSD 13 nicht mehr verfügbar sein.

Aus der /etc/services wurden einige Einträge der AppleTalk-Familie wie das AppleTalk Echo Protocol (4/ddp) und der Apple Network License Manager (1381/udp+tcp) entfernt. Viele andere AppleTalk-Einträge sind nach wie vor vorhanden. Weitere Details zu Änderungen und Neuerungen sind den Release Notes zu FreeBSD 11.4 zu entnehmen.

Die neue Version kann ab sofort kostenlos von der Projektseite freebsd.org heruntergeladen werden. Sie läuft auf den Architekturen i386/amd64, powerpc/powerpc64, sparc64, armv6 (32 Bit) und aarch64 (64 Bit) und ist als ISO-Image, Image für USB-Sticks oder virtuelle Maschinen sowie (Micro-)SD-Karten für SBCs verfügbar.

Update 18.6.20, 22:50: AppleTalk-Änderungen genauer spezifiziert. (ovw)