Freelancer-Kompass im Corona-Jahr: Kein Verdienstanstieg bei IT-Selbstständigen

Während erstmals kein Anstieg der IT-Freelancer-Stundensätze zu verzeichnen ist, bleibt der Unterschied zwischen Männern und Frauen bestehen.

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(Bild: nuruddean / Shutterstock.com)

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Das Auftragsvermittlungs-Portal freelancermap.de hat den Freelancer-Kompass 2020 für IT-Kräfte veröffentlicht, der die Entwicklungen bei und die Situation von IT-Freelancern analysiert. Neben ihrer finanziellen Situation fragt der Kompass die Umstände der Selbstständigkeit, demographische Faktoren und Aussichten ab.

Auch den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie widmet der Kompass ein ganzes Kapitel. So hat sie den bisher signifikanten Aufwärtstrend der Stundensätze 2020 fast vollständig ausgebremst. Noch zum Jahresbeginn hatte freelancermap einen Anstieg des durchschnittlichen Stundensatzes von 93,89 auf 94,57 Euro ausgemacht, nachdem die Weltgesundheitsorganisation am 11. März 2020 Corona zur Pandemie erklärt hatte, sank er auf 93,82 Euro. Als gemittelten Stundensatz gibt die Untersuchung 94,28 Euro an. Auch wenn der mittlere Bruttoumsatz bei über 100.000 Euro in Jahr 2019 lag, bewegte sich das mittlere Nettomonatseinkommen bei 5899 Euro.

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Am meisten verdienen Freelancer nach wie vor im SAP-Bereich mit einem durchschnittlichen Stundensatz von 111 Euro, knapp gefolgt vom Segment Management und Beratung. Dienstleistungen im Bereich IT-Infrastruktur bilden das Mittelfeld mit 94 Euro, deutlich darunter liegen Entwickler mit 83 Euro und Grafiker, Content- und Medien-Producer mit 69 Euro. Entsprechend verteilt sich auch die Einkommenszufriedenheit.

Signifikant ist der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Männer kommen derzeit auf einen mittleren Stundensatz von 95,38 Euro und ein Monatsnettoeinkommen von 6118 Euro, Frauen im Durchschnitt gerade einmal auf 86,11 Euro/Stunde und ein Nettomonatseinkommen von 4271 Euro. Dabei liegt der Frauenanteil bei gerade 11,85 Prozent.

Ähnlich große Unterschiede gibt es zwischen der Schweiz einerseits mit 129 Euro/Stunde im Mittel und Deutschland und Österreich andererseits mit 93 respektive 91 Euro/Stunde. Geringer sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern der BRD. Alter und Berufserfahrung sind weitere Faktoren im Einkommensspiegel, ebenso der Bildungsabschluss.

Aufschluss gibt die Untersuchung auch über Arbeitszeiten, Urlaubstage, Erfolgsfaktoren und Fehler, Projekte, Zukunftsthemen und Rahmenbedingungen. (sun)