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Freie 3D-Software Blender: Apple jetzt Teil der Blender-Entwicklung

Ben Schwan

Arbeit mit Blender.

(Bild: Blender)

Apple ist dem Blender Development Fund beigetreten, mit dem die weitere Programmierung des 3D-Grafikwerkzeugs vorangetrieben werden soll.

Apple ist nun offizieller Teil der Blender-Community. Der Konzern ist dazu dem sogenannten Blender Development Fund (BDF) beigetreten, mit dem das Open-Source-Projekt weiterentwickelt wird. Apple liefert demnach sowohl Ingenieursexpertise als auch "zusätzliche Ressourcen" für das populäre freie 3D-Werkzeug. Dabei geht es insbesondere um die Kernentwicklung der App.

Ein erster direkter Patch des Konzerns wurde laut Angaben von Blender-Chef Ton Roosendaal bereits im Oktober eingepflegt [1] – es handelte sich um ein Metal-Backend für das Cycles-GPU-Rendering unter macOS [2]. Die im BDF versammelten Spenden sollen dabei helfen, "frei und offen verfügbare Dienste für alle Blender-Beitragende" zu liefern. Dazu gehören die Dokumentation ebenso wie Code-Reviews und Bugfixing.

Roosendaal zufolge gab es schon seit längerem Gespräche mit Apple, um aus macOS "wieder eine vollständig unterstützte Blender-Plattform" zu machen. Der Mac-Produzent dürfte dabei auch daran gedacht haben, dass er zunehmend mächtige ARM-Maschinen im Angebot [3] hat, die sich gut für High-End-Anwendungen wie 3D-Rendering eignen. Durch die direkte Unterstützung dürfte es schnell mehr und mehr Anpassungen für die Apple-Plattform geben.

Apple ist ein sogenannter "Corporate Patron" im Rahmen des BDF. Dies bedeutet, dass mindestens 120.000 US-Dollar im Jahr fließen [4] werden – womöglich auch mehr. Apple will neben den Entwicklern auch "Blender-Künstler" – also Designer, Gestalter und Animatoren, die die Anwendung nutzen – unterstützten helfen.

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Blender ist ein bereits sehr altes Projekt. Die erste Version erschien vor bald 27 Jahren. Nutzbar ist die Anwendung, die neben Modellierungs- und Animationsfunktionen auch Texturdesign, Schnitt und Compositor enthält, auf allen aktuellen Plattformen wie Windows, Linux oder macOS. Über die Jahre sah der Support auf dem Mac jedoch unterschiedlich gut aus. Apples direkte Mitgliedschaft im BDF dürfte zu einer deutlichen Verbesserung führen.

Siehe auch:

(bsc [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6273618

Links in diesem Artikel:
[1] https://twitter.com/tonroosendaal/status/1448658166326038543
[2] https://developer.blender.org/T92212
[3] https://www.heise.de/news/MacBook-Pro-mit-10-Kern-CPU-M1-Pro-oder-M1-Max-und-mehr-Ports-6221034.html
[4] https://fund.blender.org/corporate-memberships/
[5] https://www.heise.de/news/Freie-3D-Software-Blender-2-93-mit-Langzeit-Support-6054601.html
[6] https://www.heise.de/download/product/blender-13137
[7] mailto:bsc@heise.de