Freitag: Google Analytics droht EU-Verbot, Behörden-Server weiter verwundbar

Statistikdienst auf der Kippe + Exchange-Server mit Lücken + BSI entlastet Xiaomi-Handys + Mobilfunker mit eigenen KI-Chips + Simultandolmetsch für Google Meet

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Nutzer am Notebook mit Tabellenkalkulation

(Bild: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Googles Statistikdienst Analytics wird von der Mehrheit aller Websites eingesetzt, steht in der EU aber unter Beschuss. Nachdem Google Analytics in Österreich bereits für unzulässig erklärt wurde, drohen die Niederlande mit einem Verbot. Angegriffen wurden auch viele Exchange-Server nach dem Bekanntwerden einer Sicherheitslücke letztes Jahr. Diese kann per Update gestopft werden, aber nach einer Untersuchung der c't sind viele Behörden-Server weiter verwundbar – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Das juristische Fundament des Statistikdienstes Google Analytics gerät EU-weit ins Wanken. Nachdem die österreichische Datenschutzbehörde festgestellt hat, dass der Einsatz Google Analytics' auf Webseiten in der Europäischen Union nicht mit der Datenschutz-Grundverordnung vereinbar ist, warnt nun auch die niederländische Behörde für persönliche Daten, dass die Verwendung Google Analytics' möglicherweise demnächst nicht mehr erlaubt ist: "Google Analytics ist vielleicht bald verboten."

Angriffen ganz anderer Art sehen sich Exchange-Server ausgesetzt. Allerdings sind bekannte kritische Sicherheitslücken von Microsoft bereits geschlossen worden, aber einige Verwaltungen und Behörden haben entsprechende Updates offenbar noch nicht eingespielt. 20 Exchange-Server in öffentlicher Hand waren für eine Sicherheitslücke anfällig, wie eine Untersuchung der c't zeigt. Kriminelle hätten die Kontrolle über die verwundbaren Exchange-Server der öffentlichen Verwaltung übernehmen können.

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Xiaomi wurden in der Vergangenheit ebenfalls Sicherheitslücken und sogar Zensur- oder Überwachungsfunktionen auf den eigenen Handys vorgeworfen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bei einer eingehenden Untersuchung von Xiaomi-Smartphones aber keine Auffälligkeiten festgestellt. Xiaomi selbst hatte das zuvor mehrfach bestritten und wird nun bestätigt, denn das BSI findet weder Sicherheitslücke noch Hinweise auf Zensur in Xiaomi-Smartphones.

Keine Vorwürfe dieser Art gibt es dagegen bei den Wachstumsstrategien einige der größten Mobilfunkunternehmen Asiens. Diese erweitern ihre Aktivitäten jenseits des eigentlichen Telekommunikationsgeschäfts und steigen in den Chip-Markt ein. So sind in Korea eigene Chips für künstliche Intelligenz geplant. Diverse Mobilfunkanbieter investieren in IoT-Chiphersteller oder kooperieren mit Halbleiterentwicklern zur Entwicklung von Serverchips. Damit steigen asiatische Mobilfunker in den Chip-Markt ein.

Die Dolmetschfunktion des Videokonferenzsystems Google Meet verlässt die Beta-Phase. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Redebeiträge aus dem Englischen in Untertiel in den Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch übersetzen lassen. Mit dieser Funktion will Google seinen Kunden helfen, möglicherweise vorhandene Sprachbarrieren zu überbrücken. Die in Echtzeit übersetzten Untertitel hatte Google bereits für Ende 2021 angekündigt, jetzt ist Simultandolmetsch für Google Meet offiziell freigegeben.

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(fds)