Freitag: Kryptobörse verliert Millionen, Wirtschaft will sichere Verschlüsselung

Unautorisierte Abbuchungen bei Kryptobörse + Industrie fordert Sicherheit & Flexibilität + Alexa an der Wand + Kommentare zu Grafikkartenmarkt & Telegram-Streit

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Laptop mit Verschlüsselungssymbolen

(Bild: VideoFlow/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Eine der weltgrößten Kryptobörsen hat einen Millionenverlust bestätigt. Nachdem nicht autorisierte Abbuchungen bei fast 500 Kunden verzeichnet wurden, zahlt Crypto.com 29 Millionen Euro Entschädigung. Unabhängig davon, aber passend dazu ruft die deutsche Wirtschaft nach mehr Sicherheit und Verschlüsselungen. Dies soll auch für Behörden gelten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Die Kryptobörse Crypto.com bestätigt Verluste durch nicht vollständig autorisierte Abbuchungen in Höhe von insgesamt 29 Millionen Euro. Im eigenen Bericht über die Vorfälle wird kein Hackerangriff erwähnt. Es heißt lediglich, dass eine Vielzahl plötzlicher Abbuchungen registriert wurde, die nicht durch 2-Faktor-Authentifizierung der Kunden bestätigt worden sei. Insgesamt waren 483 Konten betroffen, bei denen die Kryptobörse unautorisierte Abbuchungen in Millionenhöhe bestätigt.

Die Kryptobörse hat nach diesen Vorfällen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und Ähnliches fordert auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Anlässlich der Verhandlungen über die Novelle der Netz- und IT-Sicherheitsrichtlinie der Eu (NIS2) pocht der BDI auf sichere Verschlüsselung und verlangt mehr Flexibilität für Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sicherheitsvorschriften sollen auch für öffentliche Einrichtungen gelten, aber KMU nicht überlasten: Deutsche Wirtschaft fordert Schutz der Verschlüsselung und sichere Behörden.

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Ebenfalls neu ist die Radeon RX 6500 XT Grafikkarte, die AMD auf niedrige Produktionskosten getrimmt hat,die Preisempfehlung aber trotzdem bei rund 210 Euro anlegt. Das ist zu hoch für eine Grafikkarte, die Spielern sogar schon bei Full-HD-Auflösung Abstriche an der Darstellungsqualität aufnötigt. Damit nicht genug: Auch die Hersteller der Grafikkarten und der Handel schlagen noch etwas auf. In normaleren Zeiten wäre dieses Modell eher eine 100- statt 300-Euro-Grafikkarte gewesen. AMDs Radeon RX 6500 XT zeigt, wie kaputt der Grafikkartenmarkt ist – ein Kommentar.

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(fds)