Freitag: Metaverse ohne Facebook-Konto, Sicherheitsmängel bei Kita-Apps

VR-Headsets ohne Facebook + Kita-Apps ohne Datenschutz + Twitter mit CoTweets + Chipmangel vor Ende + Notstrom für Mobilfunker + Entlassungen bei Telecom Italia

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VR-Headset mit Metaverse-Schriftzug

(Bild: PopTika/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Der durch Facebook groß gewordene Meta-Konzern stellt das Metaverse über Facebook. Bei den von Oculus übernommenen Virtual-Reality-Headsets fällt der von Wettbewerbshütern argwöhnisch betrachtete Zwang zum Facebook-Konto. Derweil haben sich Privatsphäre-Experte Kita-Apps vorgenommen und gravierende Sicherheitsmängel festgestellt. Die Apps dienen auch als Einnahmequelle, denn viele Betreiber teilen die gesammelten Daten mit Werbetreibenden. Twitter hat dagegen testweise die neue CoTweet-Funktion für gemeinsame Beiträge zweier Anwender eingeführt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Wer Metas Virtual-Reality-Headsets verwenden möchte, kann das bald ohne Facebook-Konto tun. Im August strukturiert der Datenkonzern seine Konten für seine VR-Headsets um, Verknüpfungen mit Facebook und/oder Instagram sind dann optional. Damit vermeidet Meta kartellrechtliche Probleme, denn Wettbewerbsbehörden könnten den Facebook-Zwang als Versuch auslegen, die Macht auf einem Markt für Vorteile auf einem anderen Markt auszunutzen. Nun soll das Metaverse bald auch ohne Facebook-Konto zugänglich sein.

IT-Sicherheitsexperten haben bei einer Studie 42 Kita-Apps untersucht und teils gravierende Sicherheitsmängel entdeckt. Mehrere Apps griffen ohne Einverständnis Daten ab und teilten sie mit Drittanbietern, bei einigen konnten die Forscher sogar auf Fotos von Kindern zugreifen. Fast alle Apps sammeln Daten und verkaufen sie für gezielte Werbekampagnen an Amazon, Facebook, Google oder Microsoft: Privatsphäre-Experten finden gravierende Sicherheitsmängel in Kita-Apps.

Twitter testet derzeit eine neue Funktion namens CoTweet. Dabei können zwei Anwender einen gemeinsamen Tweet absetzen und werden dabei beide als Urheber angegeben. Diese Funktion ist zunächst nur für eine begrenzte Zeit und momentan auch nur für einige ausgewählte Nutzer in Korea und Kanada sowie in den USA verfügbar. Damit will Twitter Gemeinsamkeiten stärken und folgt dem Beispiel Instagrams, das letztes Jahr mit "Collabs" eine ähnliche Funktion getestet hat: Twitter testet gemeinsames tweeten zweier Nutzer mit CoTweets.

Schneller als erwartet dreht sich offenbar das Blatt in der Halbleiterindustrie: Insbesondere aufgrund der eingebrochenen Nachfrage privater Haushalte streichen Hersteller im zweiten Halbjahr 2022 ihre Wafer-Bestellungen bei Chipauftragsfertigern wie TSMC, Samsung, UMC und Globalfoundries (GF). Der Bestellrückgang betrifft demnach alle Prozessgenerationen mit 350-Nanometer-Strukturen und feiner, besonders aber ältere Fertigungstechnik, die 200-Millimeter-Wafer verarbeitet. Es zeichnet sich der Anfang vom Chipmangel-Ende ab: Hersteller streichen massenhaft Bestellungen.

Die Resilienz der Telekommunikationsnetze zu stärken, ist Ziel der Bundesnetzagentur. Die Behörde möchte unter anderem "Regelungen zur Notstromversorgung" etablieren, damit grundlegende Dienste wie Notrufe und der Empfang von Warnmeldungen auch bei Stromausfall funktionieren. Allerdings wird nicht jede einzelne Sendeanlage Notstrom-Technik haben müssen. Entscheidend ist die Abdeckung, die im Katastrophenfall durch stärkere Signale in niedrigeren Frequenzen verbessert werden könnte. Die Netzbetreiber fürchten hohe Kosten: Deutschlands Mobilfunker sollen Notstromversorgung massiv verbessern.

Hohe Kosten gehören zur Begründung, dass die strauchelnde Telecom Italia ihre Netze für 25 Milliarden Euro an den Staat oder private Investoren verkaufen will. Den Vertrieb an Endkunden will der Ex-Monopolist aber selbst weiterführen – allerdings mit 3.000 Mitarbeitern weniger. Beim Netz sollen bis 2030 6.000 Stellen wegfallen. In den letzten sechs Jahren hat Telecom Italia bereits 14.000 Arbeitsplätze gestrichen.

Auch noch wichtig:

(fds)