Freitag: Snapchat-Ergebnisse beeinflussen Börse, IPv6 anfällig für Tracking

Snap zieht Big Tech runter + Gewinneinbruch bei SAP + IPv6-Datenschutz ausgehebelt + Amazon übernimmt Kliniken + Kritik an Bundesnetzagentur + Älteste Galaxie

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Frau zieht Handy aus ihrer Handtasche

(Bild: Viktoriya Pavliuk/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Snap gehört mit Snapchat nicht zu den allergrößten App-Betreibern, aber das aktuelle Quartalsergebnis wirkt sich nicht nur auf den eigenen Börsenkurs aus. Aufgrund trüber Entwicklung der Werbeeinnahmen haben auch die Aktien großer Unternehmen nachgegeben. Das Ergebnis von SAP sieht dagegen deutlich besser aus, obwohl der deutsche Softwarekonzern einen Gewinneinbruch verzeichnen muss – vorrangig wegen Russland. Derweil zeigt eine Studie, dass die Datenschutzvorkehrungen für IPv6 unterlaufen werden können – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Die Macher der Foto-App Snapchat haben mit ihren Geschäftszahlen und einem vorsichtigen bis negativem Ausblick einen Dominoeffekt auf dem Aktienmarkt ausgelöst. So fielen neben den um fast 27 Prozent gesunkenen Aktien von Snap selbst auch die Papiere der Google-Mutter Alphabet und von Facebook-Eigentümer Meta um 3 beziehungsweise 5 Prozent. Dabei wurden sowohl Umsatz als auch Nutzerzahlen zuletzt gesteigert, wenn auch weniger stark als erwartet: Snaps Aktien fallen trotz Umsatz- und Nutzerzuwachs um fast 27 Prozent.

SAP hat im zweiten Quartal des Jahres 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor umgesetzt. Das Betriebsergebnis ist allerdings um ein Drittel gefallen, das Nettoergebnis sogar um 86 Prozent. Das Auseinanderdriften von Umsatz und Gewinn hat zwei wesentliche Gründe: Zum einen steigt SAP vom Verkauf von Softwarelizenzen auf den Vertrieb von Cloud-Abonnements um, was Aufbau in Infrastruktur und Personal erfordert. Zum anderen muss sich SAP als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine aus Russland zurückziehen: Russischer Zahlungsausfall und Cloud-Umstellung schrumpfen SAP-Gewinn.

Die sogenannten Privacy Extensions für das Internetprotokoll IPv6 halten nur bedingt ihr Versprechen, das Surfverhalten von Nutzern zu verschleiern. Mit der Datenschutzerweiterung lassen sich zusätzliche, über Zufallszahlen generierte und wechselnde IPv6-Adressen erstellen. Dies soll helfen, eine fortlaufende Nachverfolgung der Internetaktivitäten einzelner Personen zu verhindern. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass sich bis zu 19 Prozent der Teilnehmer vergleichsweise einfach enttarnen lassen: Trotz Privacy Extensions sind IPv6-Adressen für andauerndes Tracking nutzbar.

Amazon übernimmt das US-Unternehmen 1life Healthcare für rund 3,5 Milliarden US-Dollar. 1life Healthcare betreibt in 25 US-Regionen insgesamt mehr als 180 Polikliniken. Die Gesundheitsversorgung steht nur Mitgliedern offen, die zusätzlich zu den Behandlungskosten 200 US-Dollar Jahresmitgliedschaftsgebühr zahlen. Mit der Investition verstärkt Amazon seine Gesundheitssparte deutlich. Der Konzern sieht in virtueller Versorgung und Arzneilieferungen eine gedeihliche Zukunft: Amazon steigt mit Milliardenübernahme groß in Gesundheitszentren ein.

Einen neuen Regulierungsrahmen für den Zugang zum Festnetz der Deutschen Telekom hat die Bundesnetzagentur am Donnerstag beschlossen. Die Behörde will den Zugang zu den neuen Glasfasernetzen flexibler regulieren als bisher das Kupfernetz. Die EU-Kommission hat keine grundsätzlichen Einwände gegen den neuen Regulierungsrahmen der Bundesnetzagentur, aber einige Kritik. Auch die Netzbetreiber bleiben durch die Bank kritisch bei diesen Regeln für den Glasfaser-Ausbau: Bundesnetzagentur setzt auf "Regulierung light".

Das Weltraumteleskop James Webb hat womöglich bereits die älteste uns bekannte Galaxie entdeckt, das Licht von dort war rund 13,4 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Schon in den ersten Daten wurden jetzt zwei Galaxien entdeckt, die zu den vier ältesten gehören könnten, die wir kennen. Noch ist die Entdeckung nicht unabhängig bestätigt, aber sie macht einmal mehr deutlich, wie groß der Sprung in der Leistungsfähigkeit des neuen Weltraumteleskops ist: "Die Rekorde bröckeln schon" – Weltraumteleskop James Webb findet älteste Galaxie.

Auch noch wichtig:

(fds)