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Das sind die letzten Labore, die noch Dias entwickeln und rahmen

Die Oldenburger Fotolaborkette Cewe gibt zum Ende des Jahres die Rahmung von entwickelten Diafilmen auf. Müssen die Dia-Freunde jetzt grundsätzlich selbst rahmen? Oder gibt es noch Fotolabore, die Diafilme nicht nur entwickeln, sondern auch rahmen?

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Freitagsstory: Das sind die letzten Labore, die noch Dias entwickeln und rahmen.

(Bild: Kaiser)

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Diafilme sind heute nur noch ein Nischenmarkt. Investiert wird in diesen Bereich schon lange nicht mehr und auch Cewe stellt zum Jahresende 2016 die Rahmung entwickelter Dias ein. Der Grund: Die vom Schweizer Hersteller Gepe stammenden Rahmungsmaschinen sind inzwischen etwa 20 Jahre alt und werden schon lange nicht mehr produziert. Ersatzteile sind keine mehr verfügbar und gebrauchte Rahmungsmaschinen, die man ausschlachten könnte, gibt es auch nicht mehr. Außerdem ist nur noch ein einzigen Hersteller übrig geblieben, der Rähmchen produziert, der sich für die maschinelle Rahmung eignet – und auch das nicht kontinuierlich. Nach jedem Abverkauf des Lagerbestands wird neu entschieden, ob nochmals eine Charge produziert wird.

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Selbst bei den Filmen wird es langsam eng: Kleinbild- und Rollfilm-Diafilme für Endverbraucher werden derzeit von Fujifilm noch in einem einzigen Werk in Japan produziert und unter eigenem Namen als Velvia oder Provia verkauft. Auch Lupus Imaging & Media bezieht den AgfaPhoto CT Precisa von Fujifilm. In Italien wollte Ferrania wieder Diafilme produzieren. Ob es dazu kommt, ist derzeit offen.

Was also tun, wenn man trotzdem weiter Diafilme entwickeln und rahmen will? Großlabore wie Cewe, Allcop oder Eurocolor bieten keine Hilfe, denn sie haben die Abwicklung der Diafilmentwicklung auf den stationären Fotohandel verlagert. Endkunden werden normalerweise nicht direkt bedient. Der Internetauftritt dieser Firmen gibt keine Auskunft über die angebotenene Diafilmentwicklung.

Eine Ausnahme bei den Großlaboren stellt das Eurocolor-Labor in Gera dar: Zwar setzt man auch hier auf den stationären Fotohändler. Für Traditionskunden und solche, die von dem Service auf andere Weise erfahren, bietet man den Laborservice auch direkt an, bewirbt ihn aber nicht aktiv. Entwickelt werden E-6 Diafilmen im KB- und 120/220er Rollfilm-Format. KB-Dias werden auch gerahmt, solange noch entsprechende Diarähmchen lieferbar sind. Will man in Gera entwickeln lassen, muss man die gut verpackten Filme einsenden an:

Eurocolor Gera Photogroßlabor GmbH & Co.KG,
Heinrich-Hertz-Straße 9,
07552 Gera

Die Bezahlung erfolgt per Rechnung/Überweisung.

Mit dem Rückgang der Nachfrage nach Diafilmentwicklungen, sind die Maschinen in den Großlaboren heute meistens viel zu groß. In dieser Situation gewinnen Fachlabore, die mit sogenannten Hängermaschinen ausgestattet sind, zunehmend an Bedeutung. Ihre Maschinengröße entspricht der aktuellen Nachfrage deutlich besser. Zu den Laboren, die Diafilme noch entwickeln und rahmen zählen unter anderem:

Bei fmpfoto-media-print in Leipzig entwickelt man zwar die Diafilme nicht mehr selbst, man rahmt jedoch noch Dias.

Wer seine Dias selbst rahmen will, kann entsprechende Diarahmen von Gepe, Hama, Reflecta und Kaiser sowie Diaspeed Diatechnik im Fotohandel oder teilweise auch direkt beim Hersteller erwerben. (keh)