Fridays For Future: Zehntausende treten in den "Klimastreik"

Die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future rief wieder zum "Klimastreik". Tausende gingen in Deutschland auf die Straße.

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Die Initiatorin der Bewegung postete dieses Foto auf Twitter.

(Bild: Greta Thunberg auf Twitter)

Von
  • Andreas Wilkens
  • mit Material der dpa

In einigen Städten Deutschlands haben am heutigen Freitag insgesamt mehrere Zehntausend Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Die überwiegend jungen Demonstranten folgten einem Aufruf der Bewegung Fridays For Future zu einem weltweiten "Klimastreik".

In Berlin haben sich zu einer Kundgebung laut Polizei mehr als 20.000 Menschen im Invalidenpark nahe dem Regierungsviertel versammelten. Nach Angaben der Veranstalter sollen es 36.000 gewesen sein. Auch in Hamburg und anderen großen Städten nahmen Tausende Menschen an Kundgebungen teil.

Geplant waren Proteste in deutschlandweit mehr als 250 Städten. Unterstützt wurde der Aufruf von vielen Natur- und Umweltschutzverbänden. Auch in vielen anderen Ländern gingen Menschen auf die Straße. Es war der elfte Aufruf der Organisation seit ihrer Gründung im Jahr 2018 zu einem globalen Protest.

Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer rief auf der Kundgebung in Berlin: "Wer denkt, dass es keinen Ausweg gibt, dem bleibt nur Verzweiflung. Wer weiß, dass es anders geht, der kann loslegen und handeln. Wir haben das Wissen, also legen wir los." Neubauer hatte bei früherer Gelegenheit unter anderem den Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland kritisiert. Es komme darauf an, auf "soziale Kipppunkte" hinzuarbeiten, an denen Unwahrscheinliches plötzlich möglich werde.

Die Klimaschützer fordern ein Ende der fossilen Energien und den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine "konsequente Verkehrswende". Nötig seien 100 Milliarden Euro für "sozialen Klimaschutz" und das Neun-Euro-Ticket "für immer". Fridays for Future sieht dabei auch ein globales Ungleichgewicht. Unternehmen des Nordens beuteten die Natur für ihre Profite auf Kosten der Menschen vor allem des Südens aus.

Klimaforscher wie zum Beispiel die der Weltwetterorganisation WMO befürchten, der Klimawandel könne besonders bereits bestehende Krisen wie in Afrika verschärfen. Der Weltklimarat Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hatte im April dieses Jahres eine düstere Bilanz gezogen. Bleibe es beim derzeitigen Tempo der Treibhausgasreduktion, steuere die Welt bis 2100 auf eine Klimaerwärmung von 3,2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten zu.

(anw)