Friedensnobelpreisträger: Nachrichtenportal Rappler muss schließen

Die philippinische Börsenaufsicht hat dem Portal Rappler die Lizenz entzogen. Dessen Mitgründerin, die 2021 den Friedensnobelpreis bekam, gibt nicht klein bei.

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Blick in die Rappler-Redaktion.

(Bild: rappler.com)

Von
  • Andreas Wilkens

Das philippinische Nachrichtenportal Rappler muss seinen Geschäftsbetrieb einstellen. Die Börsenaufsicht des Landes habe Rappler Inc und Rappler Holdings Corporation die Lizenzen entzogen, teilte das Medienunternehmen mit.

Rappler-Chefredakteurin Maria Ressa war voriges Jahr zusammen mit Dmitri Andrejewitsch Muratow, dem Gründer der unabhängigen russischen Zeitung Novaja Gaseta, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Ressa habe sich als furchtlose Verteidigerin der Meinungsfreiheit erwiesen, beispielsweise als es um die umstrittene Antidrogenkampagne des Duterte-Regimes ging, hieß es in der Begründung des norwegischen Nobelpreis-Komitees. Duterte hatte zu seinem Amtsantritt dazu aufgerufen, Drogensüchtige und Drogenhändler umzubringen.

Die Börsenaufsicht habe in den letzten zwei Tagen des noch amtierenden Präsidenten Rodrigo Duterte den Beschluss gefasst, die "certificates of incorporation" zu widerrufen, heißt es auf rappler.com. Das Portal wolle aber nicht schließen, sondern alle Rechtsmittel voll ausschöpfen.

Rappler weist darauf hin, dass der philippinische Nationale Sicherheitsrat unter Berufung eines Anti-Terror-Gesetzes vor kurzem Nachrichten-Websites wie Bulatlat.com blockieren ließ. Die Website ist zumindest von hier aus erreichbar und schreibt in einem Rückblick, Duterte hatte zu seinem Amtsantritt vor sechs Jahren unbequemen Journalisten mit Mord gedroht.

Dutertes Regierungszeit endet am heutigen Donnerstag. Er durfte nicht zur Wiederwahl antreten, da dies die philippinische Verfassung untersagt. Ferdinand Bongbong Marcos übernimmt Dutertes Amt. Die Putin-kritische Zeitung Novaja Gaseta hat ihre Berichterstattung ausgesetzt, nachdem sie von der russischen Medienaufsicht eine Warnung erhalten hatte, wie sie Ende Februar dieses Jahres schrieb.

(anw)