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Fünf ist Trümpf: Die Neuerungen der Creative Suite 5 im Detail

Mit der Creative Suite 5 veröffentlicht Adobe gleich fünf verschiedene Pakete mit Kreativanwendungen für Print, Web und Video. Im Kern bestehen sie aus Photoshop, Illustrator, InDesign, Acrobat, Dreamweaver, Flash und Flash Catalyst sowie Premiere Pro und After Effects. Bis auf Acrobat erscheinen im Mai alle Anwendungen in neuer Version.

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Das Urgestein der Bildbearbeitung ist zu einem Sammelsurium unterschiedlichster Funktionen herangewachsen. Mit der Version CS5 bemüht sich Adobe weiter, dem Nutzer den Durchblick zu erleichtern. Die Oberfläche von Photoshop gibt sich variabel. Dank eines Workspace-Modus kann der Anwender per Knopfdruck zwischen vorgegebenen oder benutzerdefinierten, aufgabenspezifischen Arbeitsbereichen wechseln. Die voreingestellten Workspaces heißen "Essentials", "Design", "Painting", "Photography", "3D", "Motion" und "New in CS5". Sie zeigen für diese Aufgaben wichtige Paletten. Die neue "Mini Bridge", eine flash-basierte Palette mit der Bridge als Server, bringt den Betrachter direkt nach Photoshop. So lassen sich Dateien öffnen und sortieren. Ein Druck auf die Leertaste ruft ausgewählte Bilder im Vollbild auf.

In Photoshop CS5 rekonstruiert die Funktion "Content-aware Fill" Teile eines Fotos auf Grundlage der Umgebung.

Die Funktion "Puppet Warp" im Bearbeiten-Menü hilft, Objekte zu verzerren, zu stauchen, zu strecken und zu bewegen. Dazu setzt man Kontrollpunkte und bewegt das Motiv an diesen Punkten wie an den Gelenken einer Marionette.
Entfernt man die Pixel in einer Markierung, erscheint nun nicht mehr standardmäßig die Hintergrundfarbe, sondern ein Dialog. Er offenbart eine neue Option mit dem Namen "Content-aware Fill". Wählt man diese aus, analysiert Photoshop den Hintergrund um die Markierung herum, und versucht, den Bereich innerhalb der Markierung anhand dieser Information zu rekonstruieren. Ähnliches passiert bereits beim Spot-healing Brush.

Der Kern-Algorithmus von Camera Raw und Lightroom soll verbessert worden sein. Das betrifft unter anderem den Demosaik-Arbeitsschritt, die Rauschreduktion und das Entfernen von Vignettierung. Bereits bearbeitete Fotos öffnet Camera Raw mit dem alten Algorithmus, damit sich die Resultate nicht plötzlich ändern. Die Korrektur von Luminanz- und Farbrauschen setzt nun direkt auf den Raw-Daten auf. Vorher geschah das später im Workflow. Der Dialog soll Rauschen reduzieren, ohne Details zu zerstören. Vignette und Rauschen (beziehungsweise Korn) lassen sich nicht mehr nur entfernen, sondern auch hinzufügen.

Daneben führt Photoshop einige Korrekturfunktionen ein, die andere Bildbearbeitungen schon lange beherrschen. Beispielsweise rückt es Bilder gerade, wenn man mit dem Lineal den schiefen Horizont markiert und anschließend auf "straighten" klickt. Ein neuer Dialog korrigiert durch Objektive hervorgerufene Kissen- oder Tonnenverzerrung anhand von Geräteprofilen; mit einem kostenlosen Tool soll man solche Profile erstellen können. Alternativ lassen sich Verzerrungen manuell gerade ziehen.

Das Schnellauswahlwerkzeug wird erweitert, um hart freigestellte Motive subtiler vom Hintergrund zu trennen. Mit der Option "Radius" konnte man ihm bereits in der Vorversion eine weiche Kante verpassen. Der neue "Smart Radius" soll die Grenzen des Objekts wie feine Haare erkennen. Mit einem Pinselwerkzeug kann man das Ergebnis korrigieren, wenn die Automatik versagt. "Color Decontamination" reduziert Farbartefakte des Hintergrunds an den Kanten.

Den seit CS2 dürftigen HDR-Tonemapping-Dialog hat Adobe endlich aufgebohrt. Er soll nun Spezialeffekte ermöglichen, beispielsweise Bilder mit mehr Detailkontrast, wie er von HDR-Kompositionen mittlerweile bekannt ist. Der Dialog bekam von Adobe mehr Regler und damit mehr Spielraum als der etwas uninspirierte Tonemapper der Vorversionen. Der Button "Remove Ghosts" hilft außerdem, Objekte, wie sich bewegende Blätter oder Passanten, die durchs Bild laufen, zu entfernen. Das HDR-Toning ist auch auf einzelne Bilder anwendbar, um ein Pseudo-HDR zu erzeugen.

Eine verbesserte Pinsel-Engine soll natürlicheren Farbauftrag besorgen. Die gleiche Änderung betrifft auch Illustrator. Bei den "Bristle Tips" (Borstenpinsel) kann man Anzahl, Länge, Festigkeit und Winkel der Härchen eines Pinsels bestimmen. Der Winkel ändert sich mit der Bewegung beim Farbauftrag. Ähnlich wie in Artrage lassen sich Farben mischen und verwischen.

Die 3D-Funktionen von Photoshop Extended erweitert Adobe um die Funktion "Repoussé". Der Name verweist auf eine Metallverarbeitungstechnik, bei der aus einer Platte von der Rückseite ein Relief herausgehämmert wird. In Photoshop lässt sich damit beispielsweise 3D-Text erzeugen oder das Bild innerhalb eines Pfades aus- und einbeulen, verbiegen und stanzen sowie mit Texturen versehen.

Weitere kleine Änderungen sollen die Arbeit erleichtern. Beispielsweise speichert Photoshop im 16-Bit-Modus befindliche Dateien als JPEG ohne den Zwischenschritt der 8-Bit-Konvertierung. Alle Ebenenstile sollen einen Knopf erhalten, der die gegenwärtigen Einstellungen als Standard übernimmt; der Speichern-/Nicht-Speichern-Dialog beim Schließen einer Datei erhält den "Für alle Übernehmen"-Knopf. Mac-Nutzer dürfen sich erstmals auf eine 64-Bit-Version der Bildbearbeitung freuen.