Für 14,4 Millionen Euro versteigert – Leica wird teuerste Kamera aller Zeiten

Eine Prototyp-Kamera von Leica ist versteigert worden. Die Vintage-Kamera hat einen zweistelligen Millionenbetrag erzielt und bricht damit den Weltrekord.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 29 Beiträge

Die 0-Serie Nr. 105 – nun die teuerste Kamera der Welt.

(Bild: Leica Camera Classics)

Von
  • Hendrik Vatheuer

Im Rahmen der 40. Leitz Photographica Auction kam diesen Samstag in Wetzlar eine Leica der 0-Serie Nr. 105 unter den Hammer. Die kleine Kamera ihres Erfinders Oskar Barnack hat einen Rekordpreis von 14,4 Millionen Euro erzielt. Eine bisher unerreichte Summe, die die Erwartungen des Auktionshauses von etwa 3 Millionen Euro weit übertraf. Ein anderes Modell der Leica 0-Serie (Nr. 122) wurde 2018 für 2,4 Millionen verkauft und war bisheriger Rekordhalter.

Die Kamera mit der Nr. 105 ist eine der ersten jemals hergestellten Kleinbildkameras der Welt und hat einen außergewöhnlichen Vorbesitzer. Sie gehörte Oskar Barnack, der als Erfinder der 35-mm-Kleinbildkamera gilt. Seit 1913/14 hat er in Privatarbeit die Ur-Leica gebaut und mit der 0-Serie weiterentwickelt. Ernst Leitz hat von 1923 bis 1924 die 0-Serie, eine Charge von etwa 23 Prototypen, produziert.

Mit seinem persönlichen Prototyp, der Nr. 105, hat Barnack zahlreiche Motive in seiner Umgebung, seinem Familienleben und der Natur, aufgenommen. Seine Erfahrungen mit der Kamera ließ er in die weitere Entwicklung des Fotoapparats und der Folgemodelle einfließen. Mitte der 1920er-Jahre startete die serielle Fertigung der Leitz Camera, kurz Leica, und 1925 waren die Fotoapparate erhältlich. Die Kleinbildkamera ist ein Meilenstein der modernen Fotografie.

Bei der Leitz Photographica Auction können Sammler seltene und besondere Kameras, Objektive und Zubehör ersteigern. Sie findet zweimal im Jahr statt. Zu dieser 40. Ausgabe hat das deutsche Traditionsunternehmen mit der Leica 0-Serie Nr. 105 von 1923 eine ganz besondere Kamera anbieten können.

Die historische Bedeutung und der immaterielle Wert der Kamera gingen weit über die Summe von 14,4 Millionen Euro hinaus. Trotzdem belege die Rekordsumme eine Entwicklung der letzten Jahre: „Die Preise steigen – das Interesse an Vintage-Kameras ist groß wie nie zuvor“, erklärte Alexander Sedlak, Geschäftsführer von Leica Camera Classics, einem österreichischen Tochterunternehmen der Leica Camera AG, unter dessen Dach das Auktionshaus agiert.

Mehr von c't Fotografie Mehr von c't Fotografie

(vat)