Für 30 TByte und mehr: Toshibas erste Demo-HDD mit neuer Mikrowellentechnik

Eine Weiterentwicklung der bisherigen Mikrowellentechnik MAMR ermöglicht laut Toshiba bald Festplatten mit Kapazitäten von mehr als 30 TByte.

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(Bild: Aleksandr Grechanyuk / Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Toshiba verkündet einen Durchbruch bei der Entwicklung von Festplatten mit Microwave Assisted Magnetic Recording (MAMR), bei dem Mikrowellensender im Kopf die Schreibleistung erhöhen. Somit kann die Datendichte weiter wachsen, was "bald" HDDs mit Kapazitäten von 30 TByte und mehr ermöglichen soll.

Bisher verkauft Toshiba mit der MG09 nur eine 18 TByte große Festplatte, die auf eine frühe Form der Mikrowellentechnik in Form von Flux Control MAMR (FC-MAMR) setzt. Dabei versieht der Hersteller bestehende Köpfe mit einem einfachen Mikrowellensender, der die Magnetpartikel auf den Scheiben beim Beschreiben schon einmal in die richtige Richtung schubst, bevor der Schreibkopf den Rest erledigt. Die Datendichte steigt so um etwa 20 Prozent verglichen mit konventioneller Aufzeichnungstechnik.

Deutlich größere Verbesserungen bringt das sogenannte Microwave Assisted Switching-MAMR (MAS-MAMR). Zusammen mit dem Magnetscheibenhersteller Showa Denko K.K. (SDK) und dem Lese-/Schreibkopfhersteller TDK Corporation hat Toshiba angepasste Platter und Köpfe entwickelt: In den Köpfen ist nun ein doppelter Mikrowellensender ("Bi-Oszillations-Spin-Torque-Oszillator-Gerät [Dual FGL STO]") integriert, der stärker fokussierte Mikrowellen bei gleichzeitig höherer Effizienz erzeugt. Für einen realen Vorteil braucht es neuartige Magnetscheiben – Details verraten die Partnerfirmen noch nicht.

Aufbau eines MAS-MAMR-Kopfs mit doppeltem Mikrowellensender.

(Bild: Toshiba)

Im Rennen um die ersten 30-TByte-HDDs hat Konkurrent Western Digital die Weiterentwicklung von Mikrowellentechnik inzwischen aufgegeben. Stattdessen setzt die Firma auch fortan auf Energy-enhanced Perpendicular Magnetic Recording (ePMR), das entfernt an Toshibas FC-MAMR erinnert: Ein elektrischer Strom wird in den Schreibkopf geleitet, um dort ein zusätzliches magnetisches Feld zu erzeugen und so den sogenannten Jitter zu verringern.

Zusammen mit einer Erhöhung der Scheibenanzahl in einem HDD-Gehäuse und Flash-Speicher zur Auslagerung von Nutz- und Metadaten (OptiNAND) sollen so mit bestehender Technik 30 TByte Kapazität möglich sein. Seagate als dritter verbliebener Festplattenhersteller fokussiert sich hingegen auf temperaturgestütztes Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR): Durch eine punktuelle Erhitzung der Magnetpartikel sinkt dabei die zum Schreiben notwendige Magnetfeldstärke.

(mma)