Für Code- und Firmenanalyse: Musk beordert Dutzende Tesla-Angestellte zu Twitter

Mehr als 50 Angestellte aus Musks anderen Unternehmen sollen bei Twitter schnell herausfinden, wer entlassen werden kann. Dort herrscht viel Misstrauen.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

Nach seiner Übernahme von Twitter hat Elon Musk angeblich Dutzende Angestellte seines Elektroautounternehmens Tesla zu dem Social-Media-Konzern beordert. Das berichtet das US-Finanznachrichtenportal CNBC.

Mehr als 50 Tesla-Angestellte, darunter vor allem Software-Entwickler vom Team, das dort das umstrittene Fahrassistenzsystem "Autopilot" entwickelt, sollen demnach bei der Entscheidung helfen, wer bei Twitter verbleiben darf und wer entlassen wird. Sie sollen dort so schnell wie möglich alles über Twitter, die Codebasis und rechtliche Fragen lernen, damit Musk mit seinem geplanten Umbau beginnen kann. Der feilscht derweil öffentlich über den Preis, den Twitter künftig für verifizierte Konten haben will.

Wie die Tesla-Angestellten ihre Arbeitszeit zwischen den beiden Unternehmen von Musk aufteilen sollen, sei bislang nicht klar, schreibt CNBC unter Berufung auf interne Quellen. Schon früher sei es vorgekommen, dass Mitarbeiter und Mitarbeiter aus einer Firma Musks bei einer anderen helfen sollten. Teilweise habe es dafür extra Geld gegeben, es sei aber auch schon vorgekommen, dass Druck ausgeübt worden sei, die zusätzliche Arbeit ohne Vergütung zu machen. Im aktuellen Fall sei den Quellen zufolge unklar, wie die Externen überhaupt helfen sollen, wenn bei Twitter etwa Programmiersprachen und Systeme genutzt würden, mit denen bei Tesla nicht gearbeitet wird.

Angestellte von Twitter berichten CNBC von schwierigen Arbeitsbedingungen seit der Übernahme. So seien sie aufgefordert worden, ihre bisherige Arbeit umfangreich zu dokumentieren, begleitet von der mindestens impliziten Drohung, dass ihre weitere Beschäftigung vom Ergebnis der Überprüfung abhängt. Gleichzeitig würden anderen Teams unmögliche Fristen gesetzt, allen voran den Verantwortlichen für das Bezahlabo.

Zuletzt war bekannt geworden, dass Musk für verifizierte Twitterkonten Geld verlangen will, die Rede ist von monatlich 20 US-Dollar. Betroffene scheinen einhellig entschlossen zu sein, lieber auf den Haken zu verzichten. Auf eine entsprechende Äußerung des US-Autors Stephen King reagierte Elon Musk auf Twitter mit einem Versuch, zu handeln: Er fragte, ob denn 8 US-Dollar in Ordnung wären.

Für Stirnrunzeln sorgen derweil auch Hinweise darauf, dass Musk damit beschäftigt ist, interne Kommunikationskanäle zu durchsuchen. So twitterte er am Montag ohne Kontext eine interne Nachricht, die zeigen soll, dass man bei Twitter genau das gemacht habe, was Musk dem Konzern vorgeworfen hat. Laut CNBC ist Twitters interne Kommunikation über Slack bereits weitgehend versiegt. Angesichts der verbreiteten Furcht vor Entlassung und einem starken Misstrauen, hätten viele Angestellte aufgehört, über unternehmenseigene Kanäle miteinander zu kommunizieren.

(mho)