Fujifilm GFX50S II: Mobile Mittelformatkamera mit Sensorstabilisierung

Fujifilm will seine kompakten Mittelformatkameras vor allem als Alternative zum Vollformat positionieren. Die GFX50S II wird dafür noch alltagstauglicher.

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Mittelformatkamera für draußen: Fujifilm GFX50S II

(Bild: Fujifilm)

Von
  • Sophia Zimmermann

Nach knapp fünf Jahren schickt Fujifilm die zweite Generation seiner spiegellosen Mittelformatkamera GFX 50S auf den Markt. Die GFX 50S II richtet sich vor allem an professionelle Fotografen mit kleinem Studio sowie an Hochzeits- oder Landschaftsfotografen. Das Hauptaugenmerk des Modells liegt auf einer gewissen Alltagstauglichkeit. Konkurrenz soll sie damit vor allem den spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor machen, wie sie beispielsweise von Sony, Canon oder Nikon kommen. Ihren Mittelformatchip (43,8 mm × 32,9 mm) verpackt die GFX 50S II entsprechend in ein vergleichsweise kompaktes, wetterfestes Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung.

Im September soll das Modell verfügbar sein und dann knapp 4000 Euro kosten, das Bundle mit dem Standardzoomobjektiv GF35-70mm F4.5-5.6 WR knapp 4500 Euro.

Die Modellpflege fällt vor allem optisch sehr zahm aus, denn das Gehäuse ist nahezu identisch zur ersten Generation, lediglich etwas leichter. Mit etwa 900 Gramm (mit Akku und Speicherkarte) wiegt die GFX 50S II allerdings immer noch mehr als die meisten spiegellosen Vollformatmodelle. So bringt beispielsweise die Canon EOS R5 nur etwa 740 Gramm auf die Waage.

Fujifilm GFX50S II in Bildern (5 Bilder)

Die Fujifilm GFX50S II gehört zu den spiegellosen Systemkameras. Sie besitzt einen Mittelformatsensor mit den Maßen 43,8 mm × 32,9 mm und einer Auflösung von 50 Megapixeln.
(Bild: Fujifilm)

Auch beim Sensor belässt es Fujifilm bei der Vorgängerversion. Die Auflösung liegt entsprechend bei 50 Megapixeln. Allerdings ist der Chip flexibel gelagert, denn die neue Generation verfügt nun über eine integrierte Sensorstabilisierung (IBIS). Laut Fujifilm soll man damit etwa mit dem GF 63mm F2.8 bis zu 6,5 Blendenstufen ausgleichen können. Das IBIS-System arbeitet laut Hersteller mit der Objektiv-eigenen Stabilisierung (OIS) zusammen. Es handelt sich dabei um das gleiche System, das auch in der größeren Schwester GFX100S arbeitet. Allerdings will Fujifilm die Algorithmen verbessert haben. Mit einem kommenden Update soll auch die GFX100S von dieser Verbesserung profitieren.

Verlässlicher und schneller soll nun außerdem der Kontrastautofokus arbeiten, wofür unter anderem der X-Prozessor der vierten Generation verantwortlich sein soll. Auch er beweist sich bereits im größeren GFX100S-Modell. Zusammen mit dem Kit-Objektiv GF35-70mm F4.5-5.6 WR soll die GFX50S II lediglich eine Autofokusverzögerung von 0,27 Sekunden besitzen, was richtig Schnappschuss-tauglich wäre und sich durchaus mit der Leistung aktueller Vollformate messen könnte.

Die Serienbildrate bleibt bei drei Bildern pro Sekunde und damit unter dem Vollformatniveau: Canons EOS R5 mit einer Auflösung von 45 Megapixeln schafft es beispielsweise auf 20 Bilder pro Sekunde, Sonys 61-Megapixel-Modell A7R IV kommt immerhin auf 10 Bilder pro Sekunde. Diese beiden Kameras gehören mit ihrer hohen Auflösung auch zu den großen Konkurrenten der GFX50S II. Fujifilm betont, dass die Mittelformat-Spiegellose vor allem in Low-Light-Situationen überlegen sein dürfte, immerhin besitzt sie die mit 5,3 Mikrometer deutlich größeren Pixel. Sonys A7R IV kommt hier nur auf 3,7 Mikrometer.

Neues Zoomobjektiv GF35-70mm F4.5-5.6 WR

Das bereits erwähnte GF35-70mm F4.5-5.6 WR ist zwar das zur GFX50S II neu eingeführte (Kit-)Objektiv, soll allerdings erst Ende November für knapp 1000 Euro lieferbar sein. Es deckt einen Kleinbild-äquivalenten Brennweitenbereich von 28 bis 55 Millimeter ab und ist wie die Kamera wetterfest. Die GFX-Familie umfasst damit vier Zoom-Modelle. Insgesamt bietet Fujifilm nun 14 Optiken für das System an.

Eine aktualisierte Roadmap erlaubt außerdem den Blick in die Zukunft: Im kommenden Jahr soll ein noch ein Weitwinkelzoom mit einem Brennweitenbereich von 20 bis 35 Millimetern (KB-äquiv.: 16 – 28 Millimeter) folgen. Für 2023 plant Fujifilm zwei weitere Festbrennweiten, darunter ein Tilt-Shift-Objektiv, das sich vor allem an Architekturfotografen richtet.

Die aktuelle Roadmap für das Fujifilm GFX-System
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(ssi)