Fujifilm X-S10 im Test: Spiegellose Mittelklassekamera mit gehobener Ausstattung

Die X-S10 ist das jüngste Modell der X-Serie von Fujifilm - eine Kamera für ambitionierte Universalisten. So schlägt sie sich im Vergleich zur Konkurrenz.

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Fujifilm X-S10
Von
  • Peter Nonhoff-Arps
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Eine spiegellose APS-C-Kamera wie die neue Fujifilm X-S10 bietet vielen Fotografen alles, was sie benötigen. Sie ist kompakter als eine Vollformatkamera und besser ausgestattet als die Einsteigerklasse. Bildstabilisator, ein moderne Sensor, ein leistungsfähiger Autofokus, ein gut ausgeformtes Gehäuse und ein flexibles Display zeichnen die X-S10 aus.

So besitzt sie etwa den X-Trans-Sensor (BSI) der vierten Generation mit einer Auflösung von 26,1 Megapixeln sowie den X-Prozessor 4. Beides verhilft der Kamera zu einem schnellen Autofokus (Reaktionszeit 0,02 s) mit Gesichts- und Augenerkennung sowie zu einer hohen Serienbildrate von acht Aufnahmen pro Sekunde bei mechanischem Verschluss (18 Raw oder 105 JPEG in Folge). Mit elektronischem Verschluss kommt sie auf bis zu 30 Bilder pro Sekunde – dann allerdings mit Crop-Faktor 1,25.

Spiegellose Systemkamera Fujifilm X-S10 (10 Bilder)

Die Fujifilm X-S10 ist vergleichsweise kompakt und bietet einen leistungsfähigen X-Trans-Sensor mit 26,1 Megapixel Auflösung.
(Bild: Fujifilm)

Um profitauglich zu sein, fehlen ihr aber ein paar Dinge. So besitzt sie zwar ein stabiles Magnesiumgehäuse, ist aber nicht besonders gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Es gibt nur einen Slot für übliche SD-Karten (UHS-I) sowie einen Akku, der gerade mal für gut 300 Aufnahmen reicht. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/4000 statt 1/8000 Sekunde und der OLED-Sucher löst nur 2,36 Megapixel (0,62x, bis 100 fps) auf.

Als Zielgruppe für die Kamera visiert Fujifilm Fotografen an, die eine kompakte Zweitkamera suchen, Aufsteiger aus dem Einsteigerbereich, Video-Blogger sowie Umsteiger von anderen (DSLR-)Systemen. Sie tritt damit in Konkurrenz zu spiegellosen Systemkameras wie Nikons Z50, Sonys A6400 und Canons EOS M5.

Die Fujifilm X-S10 ist angenehm kompakt und findet auch in kleinen Taschen Platz. In ihrer Klasse gehört sie aber zu den größeren Modellen. Dank ihres ausgeprägten Griffwulstes liegt sie sehr gut in der Hand. So einen Griffwulst würde man sich sogar an der großen Schwester X-T4 wünschen.

Eher ungewöhnlich für eine Fujifilm-X-Kamera ist das Bedienkonzept. Hier gibt es nicht die separaten Einstellräder für ISO-Wert, Shutter sowie Belichtungskorrektur, die jeweils direkt zum entsprechenden Belichtungsparameter führen, sondern ein "klassisches" PASM-Moduswahlrad für Voll- und Halbautomatiken. Unterstützt wird es durch drei konfigurierbare Einstellräder – eines vorne am Auslöser, eines hinten rechts und eines oben links. Damit orientiert sich die Kamera an der typischen Kamerabedienung von Canon, Nikon, Sony und Co. Vermutlich möchte Fujifilm damit Quereinsteiger von anderen Systemen für sich gewinnen. Die Blende stellen Fujifilm-Fotografen auch hier stets am Blendenring ein.

Neu sind in diesem Zusammenhang auch eine Rundumsorglos-Automatik mit Motiverkennung, ein Filtermodus und ein Szenenmodus. Zudem können Fotografen ihre eigene Konfiguration auf eine der vier Custom-Modi legen -- zum Beispiel einen für Schnappschüsse, einen für Porträt, einen für Landschaften.

Diese Modi kann man auch dafür nutzen, um zwischen automatischem und manuellem Fokus umzuschalten, denn diese Funktion befindet sich hier im Menü. Wer häufig manuell scharfstellt, wird den Fujifilm-X-typischen Umschalter an der Front oder zumindest eine Taste, wie andere Hersteller sie bieten, vermissen.

Der LCD-Monitor ist dreh- und schwenkbar und lässt sich um 180 Grad nach vorne klappen, was für Vlogger sinnvoll ist und sich in der Praxis auch bewährt, um ungewöhnliche Perspektiven auszuprobieren. Viele andere Modelle besitzen lediglich ein neigbares Display. Die Touch-Fähigkeiten der X-S10 beschränken sich aufs Auslösen und die Wahl des Autofokuspunktes im Monitorbetrieb. Da bietet vor allem Canon bei seinen M-Modellen eine sehr viel komfortablere Steuerung. Zum Glück gibt es hier noch den Joy-Stick, der schnelles Bedienen ermöglicht.