GCC Rust: Steering Committee der GNU-Compilersammlung sagt Ja zum neuen Frontend

Nun ist es offiziell: Der Lenkungsausschuss hat für GCC Rust gestimmt. Mit GCC 13 erhält die GNU-Compilersammlung eine vorläufige Betaversion des Frontends.

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Von
  • Silke Hahn

Das Steering Committee der GNU Compiler Collection (GCC) hat sich für die Aufnahme eines neuen Rust-Frontends in die Compilersammlung ausgesprochen. Ein Merge von GCC Rust, wie das Projekt in der Kurzform heißt, ist voraussichtlich noch vor dem Release von GCC 13 zu erwarten.

Die Neuigkeiten hat das Komitee über die interne Mailingliste mitgeteilt: David Edelsohn aus dem GCC-Lenkungsausschuss antwortete damit auf einen Beitrag des Rust-Frontend-Entwicklers Philip Herron, der Ende Juni 2022 die Community um Feedback zum Entwicklungsstand und potenziellen Merge des von ihm betriebenen Projekts gebeten hatte.

Das neue Rust-Frontend befindet sich seit November 2020 im Entstehen: Rust-GCC soll eine Alternative zu Rusts offiziellem Compiler sein, der auf LLVM basiert. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Rust noch nicht Feature-komplett, wie Herron betonte. Unter anderem fehlt noch der Rust Borrow Checker.

Offenbar hält das Steering Committee die Entwicklung aber bereits für fortgeschritten genug, dass mindestens ein Beta-Release in Richtung GCC 13 greifbar wird. Das stabile Release der Compilersammlung ist laut Roadmap für April 2023 geplant und soll laut Steering Committee zumindest "vorläufige Unterstützung für Rust" bieten.

Logo des Projekts Rust-GCC bei GitHub

(Bild: Rust GCC/gccrs (GitHub))

Edelsohn bittet in dem Rundschreiben die Community um Zusammenarbeit mit den GCC Global Reviewers und Release-Managern für technische Prüfungen und eine technische Zustimmung zu Patches. Der Rust-Entwickler Herron geht dem Projekt weiterhin in Vollzeit nach, damit die Compilersammlung künftig auch in Rust geschriebenen Code kompilieren kann. Die Programmiersprache befindet sich zurzeit stark im Aufwind: So konnte Rust bei der aktuellen Stack-Overflow-Umfrage zum siebten Mal in Folge Platz 1 besetzen, und auch die Pläne für Rust-Infrastruktur im Linux-Kernel konkretisieren sich offenbar. Nach Aussagen von Linus Torvalds steht ein Merge ab Linux 5.20 im Raum.

David Edelsohns Ankündigung im Namen des Steering Committee lässt sich auf der Website des GNU-GCC-Projekts nachlesen. Wer sich mit Feedback und Verbesserungsvorschlägen beteiligen mag, findet im selben Post auch weitere Details zum Frontend-Projekt von Philip Herron[Link auf https://gcc.gnu.org/pipermail/gcc/2022-June/238991.html]. Auf der Seite stehen weiterführende Kontaktmöglichkeiten und Hinweise, auf welche Weise Interessierte sich aktiv einbringen können. Auf GitHub verfügt Rust-GCC über ein eigenes Repository.

(sih)