GM investiert 35 Milliarden US-Dollar in elektrische und autonome Autos

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will General Motors seinen Umsatz verdoppeln – vor allem mit Elektroautos.

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(Bild: General Motors)

Von
  • Andreas Wilkens

General Motors (GM) plant, in den kommenden vier Jahren 35 Milliarden in die Entwicklung von batterieelektrischen und autonome Autos zu stecken. Weltweit will der US-amerikanische Hersteller 30 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen, teilte das Unternehmen mit. Ziel sei, in den USA den Markt für vollelektrische Autos anzuführen. Den Jahresumsatz will das Unternehmen auf 280 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Den Wandel will GM mit Gewinnen aus dem Geschäft mit Verbrennern finanzieren, erläuterte GM. Zum Jahr 2030 soll mehr als die Hälfte der Produktionskapazitäten in Nordamerika und China für die Fertigung von E-Autos ausgerüstet werden, hieß es.

GM will auch verstärkt auf digitale Angebote setzen. Das Unternehmen sehe darin das Potenzial für 20 Milliarden bis 25 Milliarden Dollar an zusätzlichen Erlösen jährlich. Dabei betrachte das Unternehmen das Auto nicht nur als Fahrzeug, sondern als Software-Plattform.

Im US-Automarkt sind traditionell die großen Pickups die populärste und lukrativste Fahrzeugkategorie. Ford hat bereits eine Batterie-Version seines Bestsellers F-150 vorgestellt, GM will einen elektrischen Chevrolet Silverado als Konkurrenzangebot im Januar auf der CES präsentieren. Tesla will einen futuristisch anmutenden "Cybertruck" auf den Markt bringen. Zugleich streben ganz neue Player wie die von Amazon finanzierte Firma Rivian in das Geschäft.

Unter dem Namen "Ultra Cruise" will GM zudem zum Jahr 2023 ein hoch entwickeltes Fahrassistenzsystem in seine Autos bringen, das auch im Stadtverkehr funktionieren soll. Zunächst sollen Straßen in den USA und Kanada abgedeckt werden. Das Fahrzeug soll dabei seine Umgebung mit Kameras, Radar und LIDAR erfassen und 95 Prozent der in Nordamerika üblich Fahrszenarien selbstständig bewältigen können, sodass die Hände nicht am Lenkrad sein müssten. "Ultra Cruise" ist für Oberklasse-Fahrzeuge vorgesehen, für günstigere GM-Autos das abgespeckte "Super Cruise". Voriges Jahr hatte die für autonomes Fahren zuständige GM-Tochter Cruise allerdings noch die Belegschaft verkleinert.

Im Geschäft mit Elektrofahrzeugen will GM Teslas Model Y mit einem SUV für rund 30.000 Dollar Konkurrenz machen, machte aber keine Angaben zum möglichen Starttermin. Der Konzern wird aktuell wie die gesamte Branche von Chip-Engpässen zurückgehalten.

Anfang dieses Jahres hatte GM angekündigt, bis 2040 seine Produktion und Produkte klimaneutral machen zu wollen. Das bedeutete eine Kehrtwende, nachdem sich der Konzern zuvor auf die Seite des damaligen US-Präsidenten Donald Trump geschlagen hatte, Kalifornien das Privileg eigener CO2-Standards zu entziehen.

(anw)