GSMA: Mobilfunkmesse MWC 2021 findet in Barcelona statt

Die Netzbetreibervereinigung will die wichtigste Messe für die Mobilfunkbranche im Juni vor Ort durchziehen – und plant dafür ein umfassendes Hygienekonzept.

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Schon vor Covid versuchte der Veranstalter, die Massen auf dem MWC mit "Flow Control" und "Crowd Management" zu steuern.

(Bild: heise online)

Von
  • Volker Briegleb

Der MWC Barcelona 2021 soll nach dem Willen des Veranstalters sowohl vor Ort als auch online stattfinden. Dazu haben die Ausrichter und die Messegesellschaft in Abstimmung mit den katalanischen Behörden ein Hygienekonzept für das Gelände entwickelt, das die Netzbetreibervereinigung GSMA am Montag vorgestellt hat. Die getroffenen Vorkehrungen umfassen regelmäßige Coronavirus-Tests für alle, FFP2-Maskenpflicht und andere Verhaltensregeln, Steuerung und Kontrolle der Besuchermasse sowie Kontaktnachverfolgung – aber keine Pflicht, einen Impfnachweis zu führen.

Der Plan baut auf dem Hygienekonzept der Messegesellschaft Fira de Barcelona auf, die mit umfassenden Maßnahmen langsam zu einer Normalisierung des Messegeschäfts zurückfinden will. Dazu gehören neue Be- und Entlüftungssysteme, Konzepte für die Publikumssteuerung, verstärkte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie durchgehend kontaktlose, digitalisierte Prozesse bei Registrierung, Zugangskontrolle und dem Bezahlen in den zahlreichen Gastronomiebetrieben.

Die GSMA baut dabei auch auf Erfahrungen mit dem Ende Februar durchgeführten MWC Shanghai. Die kleine chinesische Schwester des MWC konnte unter strengen Auflagen der Behörden wieder als Präsenzmesse stattfinden. Rund 25.000 Besucher hatte die Messe in Shanghai, nur etwa ein Drittel des sonst üblichen Publikums. Davon waren nach Angaben einer GSMA-Sprecherin 17.000 Besucher vor Ort und 8000 online. Gerechnet hatte die GSMA mit etwa 20.000 Besuchern vor Ort.

"Ohne Zweifel ist Covid–19 bisher unsere größte Herausforderung", erklärte der Chef der GSMA-Messeorganisation, John Hoffman. "Aber unsere Erfahrung ist ein solides Fundament, auf dem unser Plan aufsetzt." Für den Messejahrgang 2021 hofft die GSMA auf etwa die Hälfte der sonst über 100.000 Besucher. "Nach dem heutigen Stand glauben wir, dass wir 45.000 bis 50.000 Teilnehmer haben können", sagte GSMA-CMO Stephanie Lynch-Habib. Für alle, die nicht dabei sein können oder wollen, wird es parallel einen virtuellen MWC geben.

Zur Frage der auch hierzulande diskutierten Kontaktnachverfolgung will die GSMA weitere Informationen in den kommenden Wochen herausgeben. Bisher war nur zu erfahren, dass die Kontaktverfolgung mit der offiziellen MWC-App durchgeführt wird, die alle Teilnehmer verwenden müssen. Der digitale Zugangsausweis soll wiederholt erfasst werden, um im Falle eines positiven Tests mögliche Kontakte nachvollziehen zu können. Darüber hinaus werden Messegäste in der App täglich ein paar Fragen zu ihrem Gesundheitszustand beantworten müssen.

Der MWC war im vergangenen Jahr die erste große Messe der Tech-Branche, die wegen der sich weltweit ausbreitenden Coronavirus-Pandemie abgesagt wurde. Nach einigem Zögern und Taktieren hatte die GSMA noch kurzfristig den Stecker gezogen, auch weil immer mehr wichtige Aussteller abgesagt hatten. In Spanien und insbesondere der Region Barcelona war die Absage damals scharf kritisiert worden. Unter anderem wurde der GSMA vorgeworfen, die Messe überhastet abgesagt zu haben, weil die spanischen Behörden noch keinen Anlass gesehen hatten, den gesundheitlichen Notstand auszurufen.

Ein Jahr später wissen sie es besser. Seither wurden zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt oder fanden nur virtuell statt. Die Veranstaltungsbranche hofft, dass mit dem Sommer einige Messen und Events wieder möglich werden. GSMA hatte den MWC Barcelona deshalb zuletzt vom angestammten Termin Ende Februar auf Ende Juni verschoben. Die Messe soll nun vom 28. Juni bis zum 1. Juli stattfinden. Gerüchte, dass der Verband bereits über eine weitere Verschiebung in den Herbst nachdenke, hatte die GSMA als "spekulativ und unrichtig" zurückgewiesen.

Aber auch die aktuellen Pläne der GSMA für eine Präsenzmesse im Juni stehen unter dem Vorbehalt, dass sich die Situation täglich ändern kann. Zudem haben andere Veranstalter ihre für Sommer geplanten Messen abgesagt, darunter die Anga Com und die E3 in Los Angeles.

(vbr)