Gaia-X: Große US-Hyperscaler wollen in EU-Cloud kräftig mitmischen

Vertreter von Amazon, Google, Microsoft & Co. versicherten auf dem Gaia-X-Gipfel, Prinzipien wie Datenschutz, Interoperabilität und Offenheit einzuhalten.

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Anforderungen an Gaia-X.

(Bild: BMWI)

Von
  • Stefan Krempl
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Gaia-X sollte eine interoperable europäische Alternative zu Cloud-Diensten von IT-Größen wie Amazon, Alibaba, Google oder Microsoft werden. Doch gerade die US-Amerikaner bekundeten größtenteils sogleich Interesse an einer Teilnahme und sind inzwischen alle zumindest als Partner und Mitglieder technischer Arbeitsgruppen an Bord.

Auf dem zweitätigen digitalen "Gaia-X Summit" betonten alle Vertreter der US-Konzerne am Donnerstag, eine wichtige Rolle in der europäischen Cloud-Initiative spielen und Werte wie Datenschutz, Interoperabilität, Vertrauen, Transparenz und Offenheit mit einem klaren Bekenntnis zu freier Software voll unterstützen zu wollen.

"Wir glauben an Open Source und eine offene Cloud", unterstrich Wieland Holfelder, Leiter von Googles Münchner Entwicklungszentrum. Viele Kunden seien sehr besorgt über einen Lock-in-Effekt. Die Beteiligung an Gaia-X werde helfen, diese Ängste zu zerstreuen und die "nächste Generation der Dateninfrastruktur" zu errichten. Google werde dazu neben technischer Komponenten einfach umsetzbare Verhaltensnormen für die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) liefern. Um eine "vertrauenswürdige Datenverarbeitung" zu ermöglichen, könnten Kunden ihre kryptographischen Zugangscodes außerhalb der Cloud speichern. Auch im Interesse eines stärkeren Engagements bei Gaia-X habe der Konzern zudem eine Kooperation mit dem französischen Anbieter OVHcloud vereinbart.

Als "natürlichen Partner im Bereich digitaler Souveränität" empfahl Hillery Hunter, Cheftechnologin von IBMs Cloud-Sparte, ihr Unternehmen. Es investiere seit über 20 Jahren in Open Source und habe voriges Jahr den Pionier Red Hat übernommen. Für sie steht außer Frage: "Wir müssen die Interoperabilität sichern und Lock-in-Effekte vermeiden, um die exportorientierte europäische Wirtschaft zu unterstützen." Nutzer sollten "die vollständige Kontrolle über ihre Daten behalten".

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Casper Klynge, "Außenminister" von Microsoft in Europa, bezeichnete Gaia-X als einen "Katalysator für eine wettbewerbsstarke europäische Wirtschaft". Microsoft setze seit Langem auf Partnerschaften mit lokalen Anbietern mit dem Austausch von Know-how und teile die Vision eines freien Datenflusses über Grenzen hinweg. Microsoft respektiere europäische Werte und Regeln und habe die DSGVO von Anfang an unterstützt.