Gaming-Grafikkarte GeForce RTX 3060: Resteverwertung mit GA104-GPU

Nvidias Grafikchip GA104 hält stark beschnitten für Herstellerkarten der GeForce RTX 3060 her – eigentlich sitzt die GPU nur auf schnelleren GeForce-Modellen.

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(Bild: Galaxy)

Von
  • Mark Mantel

Die beiden Hersteller Gainward und Galaxy (in Deutschland KFA2 genannt) verwenden für einzelne Modelle der GeForce RTX 3060 nicht mehr den eigentlich vorgesehenen Grafikchip GA106, sondern den größeren GA104 in abgespeckter Form. Letzterer saß bisher nur auf den GeForce-Grafikkarten RTX 3070 Ti, RTX 3070 und RTX 3060 Ti.

Neue Varianten der GeForce RTX 3060 mit GA104-GPU haben Gainward und Galaxy bisher nur in China vorgestellt, wie der Website Videocardz auffiel. Damit handelt es sich um die dritte GPU-Variante, die Nvidia für die GeForce RTX 3060 freigibt. Ursprünglich kam der GA106(-300) zum Einsatz. Später änderte Nvidia zur Erneuerung der Ethereum-Mining-Bremse die PCI-IDs und legte den technisch identischen GA106-302 auf.

Die neuen Versionen der GeForce RTX 3060 nutzen die bisher am stärksten beschnittene Ausbaustufe der GA104-GPU, GA104-150 genannt. Auf dem Papier bleiben die Spezifikationen identisch: 28 Shader-Multiprozessoren (SMs, 3584 Shader-Kerne) mit einer Boost-Taktfrequenz von knapp 1900 MHz, sowie 12 GByte GDDR6-RAM an 192 Datenbahnen.

Der GA104 bringt im Vollausbau 48 SMs mit 6144 Shader-Kernen unter – mehr als 40 Prozent sind folglich deaktiviert. Nvidia erhöht mit diesem Schritt die Ausbeute, da sich Grafikchips verwerten lassen, die zu viele Defekte für den Einsatz etwa auf einer GeForce RTX 3060 Ti aufweisen. In den letzten zwölf Monaten machten immer wieder Gerüchte die Runde, Chipauftragsfertiger Samsung hätte Ausbeuteprobleme beim von Nvidia ausgewählten 8-Nanometer-Prozess.

Die Leistung der RTX-3060-Versionen sollte derweil auf einem ähnlichen Niveau liegen, könnte aufgrund unterschiedlicher Designs im Detail aber abweichen. Der GA106 organisiert jeweils 10 SMs in drei sogenannten Graphics Processing Clusters (GPC), in denen sich auch Teile wie die Rasterizierer befinden. Der GA104 hat sechs solcher GPCs mit jeweils 8 SMs. Um auf die gleiche Anzahl von Shader-Kernen zu kommen, muss Nvidia also mindestens ein zusätzliches GPC aktiviert lassen, womit sich die Rechenwerke der GA104-RTX-3060 potenziell schneller mit Daten füttern lassen.

(mma)