Garagentor & Co.: Loxone führt HomeKit ein, streicht es dann wieder – teilweise

Der Miniserver kann künftig drei Bereiche nicht mehr per HomeKit steuern. Alternativ müssen Siri-Shortcuts verwendet werden. Andere Geräte funktionieren weiter.

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Loxone Miniserver

Der Miniserver von Loxone.

(Bild: Loxone)

Update
Von
  • Ben Schwan

Ob ein Smart-Home-Gerät Apples Heimautomatisierungsstandard HomeKit unterstützt oder nicht, ist für die Nutzerschaft häufiger ein Ärgernis: Manchmal vertrösten Hersteller die User über Monate oder gar Jahre, manchmal kommt der Support trotz Ankündigung überhaupt nicht (mehr).

Eher ungewöhnlich ist hingegen, dass eine einmal vorhandene HomeKit-Unterstützung nachträglich entzogen wird. So geschehen ist das nun jedoch bei Loxone, einem Unternehmen, das unter anderem mit vernetzten Garagentorsteuerungen am Markt auftritt und vergleichsweise häufig in Neubauten zu finden ist. Insgesamt drei Funktionsbereiche seines zentralen Miniservers, der den Kontakt zu HomeKit herstellt, wurden für die Apple-Technik nun gesperrt, der Rest läuft laut dem Unternehmen weiter.

Wie das Blog Smartapfel als Erstes berichtet hatte, hat Loxone die Streichung in einem simplen Blogeintrag kommuniziert. Darin heißt es, die zentrale Steuerungseinheit, der knapp 740 Euro teure Miniserver, werde künftig "aus HomeKit entfernt" – zumindest im Bezug auf "Garagentoröffner, Fenster und Dachfenster", drei der Anwendungsfelder für die Loxone-Technik. Angaben dazu, warum die Änderung erfolgt, machte der Hersteller zunächst nicht. Stattdessen gibt es nur eine Anleitung, wie man den Miniserver künftig per Siri-Kurzbefehl – mit deutlich weniger Möglichkeiten als innerhalb von HomeKit – kontrollieren kann.

Verwirrenderweise hatte Loxone dem Miniserver erst im April eine HomeKit-Integration spendiert – per Update. Hier wurden neben den drei genannten Komponenten auch Raumlüftungssteuerung, Jalousien, Lichtstimmungen, Schalter und Audio Player via Apple-Technik als Features genannt. Allerdings wurden auch schon zu diesem Zeitpunkt nicht alle Geräte in der Home-App angezeigt, die der Miniserver steuern kann. Mac & i hat bei Loxone angefragt, wieso die HomeKit-Unterstützung teilweise gestrichen wurde und ob die Streichung nur temporär ist; wir werden den Beitrag ergänzen, sobald eine Antwort vorliegt.

Loxone bewirbt den Miniserver weiter damit, dass man Apples Heimautomatisierung mit ihm nutzen kann. Zuvor hatte das Unternehmen zudem mitgeteilt, man sei "der einzige Hersteller von professionell installierten Automatisierungslösungen, der Apple HomeKit nativ" unterstützt. Tatsächlich benötigt man bei der Konkurrenz unter anderem spezielle Module, um HomeKit verwenden zu können, beispielsweise für KNX-Hardware.

HomeKit-Nutzer warten unterdessen gespannt darauf, dass Apple und seine Konkurrenten den neuen Smart-Home-Standard Matter freigeben. Dieser soll eine besser Kompatibilität zwischen den Geräten verschiedener Hersteller bieten, beispielsweise HomeKit, Google Assistant und Amazon Alexa gleichzeitig unterstützen.

Update

Eine Sprecherin von Loxone wollte sich auf Anfrage von Mac & i nicht über die genauen Gründe äußern, warum die Unterstützung für Garagentore und (Dach-)Fenster im Miniserver entfernt wurde. "Im Rahmen unserer Kooperation mit Apple können wir über die Gründe der Änderung leider keine genaue Auskunft geben." Sie betonte allerdings, dass die Streichung nur diese zwei beziehungsweise drei Gerätekategorien umfasst. "Die HomeKit-Unterstützung ist nach wie vor vorhanden und von Apple zertifiziert und umfasst zahlreiche Gewerke wie Beleuchtung, Temperatursteuerung und Schalter."

Update

Laut Angaben des Loxone-Marketingchefs geht die Entscheidung, die Bausteine Garage und Fenster aus der HomeKit-Unterstützung zu entfernen, nicht von Loxone aus. Man unterstützte weiter "eine Vielzahl an Funktionen via HomeKit". Dies seien Automatikbeschattung, Automatikbeschattung integriert, Lichtsteuerung, Intelligente Raumregelung (Thermostat), Schalter, Raumluftsteuerung, Szenen und der AudioPlayer. "Mit der breiten Unterstützung bietet Loxone eine der umfassendsten Untesrtützung für HomeKit die am Markt verfügbar sind an." Man werde die gestrichenen Funktionen wieder implementieren, sollten sie "künftig wieder zur Verfügung stehen".

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(bsc)