Gaskrise: Gasspeicher zu 91 Prozent gefüllt

Die Erdgas-Speicher in Deutschland sollten nach Vorgaben der Regierung bis November zu 90 Prozent gefüllt sein. Das Ziel wurde nun vorzeitig erreicht.

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Oberirdische Bauten des Gasspeichers Rehden in Niedersachsen.

(Bild: astora.de)

Die Gasspeicher in Deutschland sind zu 91 Prozent gefüllt. Das geht aus der Übersicht des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe (GIE) hervor. Er veröffentlicht die Zahl regelmäßig mit zwei Tagen Verzögerung. Europaweit sind die Speicher zu 87,4 Prozent gefüllt.

Die Bundesregierung hatte als Ziel ausgegeben, bis Oktober in Deutschland einen Speicherstand von 85 Prozent zu erreichen. Trotz der seit Ende August ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 wurde dieses Ziel bereits Anfang dieses Monats erreicht. Bis November sollten es 90 Prozent sein, auch dieses Ziel wurde nun vorzeitig erreicht. In der EU ist vorgeschrieben, dass die Mitgliedsstaaten ihre Speicher bis November bis 80 Prozent befüllen müssen, in den Folgejahren zu 90 Prozent.

Die Bundesnetzagentur hatte am Freitag voriger Woche noch einmal darauf hingewiesen, dass im September an der europäischen Gasinfrastruktur einige Wartungsarbeiten stattfinden, etwa in Belgien und Norwegen. Diese seien für die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht relevant. "Potenzielle, temporäre Rückgänge der Import- und Exportflüsse, die im Zusammenhang mit den Wartungen stehen, werden zum Teil direkt über andere Quellen ausgeglichen", teilte die Agentur mit.

Den Füllstand des Gasspeichers Rehden bei Diepholz wies die Bundesnetzagentur mit knapp 75 Prozent aus. Der Speicher wurde von Gazprom Germania betrieben und war Anfang April 2022 so gut wie leer. Die Kapazität des Porenspeichers Rehden entspricht ungefähr einem Fünftel der deutschen gesamten Speicherkapazität. Vom 12. bis zu 24. September wurde er gewartet, das heißt nicht weiter aufgefüllt.

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Seit Anfang Juni gilt eine Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums, laut der Gasspeicher mit besonders niedrigen Ständen rechtzeitig aufgefüllt werden können. Dadurch konnte auch Rehden befüllt werden. Gazprom Germania wurde im April unter deutscher Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur gestellt. Um den Speicher befüllen zu können, wurden zunächst dazu die bislang an die russische Gazprom Export vermarkteten Speicherkapazitäten gekündigt.

Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung EU-weit die größten Erdgasspeichervolumen. Im vergangenen Winter seien die Speicher oft nicht ausreichend gefüllt gewesen. Um höhere Füllstände für die kommenden Monate zu gewährleisten, hatte das Wirtschaftsministerium ein Gasspeichergesetz vorgelegt, das am 30. April 2022 in Kraft trat. Mit dem Gesetz werden alle Betreiber in Deutschland verpflichtet, ihre Speicher schrittweise zu füllen. Dabei müssen die Speicherstände zum 1. Oktober 80 Prozent betragen, zum 1. November 90 Prozent und am 1. Februar 2023 rund 40 Prozent.

(anw)