GeForce RTX 3090 für 1500 Euro 15 % schneller als RTX 3080

Nvidia bringt die 1500 Euro teure High-End-Grafikkarte GeForce RTX 3090 in den Handel. Auch dank 24 GByte Grafikspeicher soll flüssiges 8K-Gaming möglich sein.

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Nvidia GeForce RTX 3090

(Bild: Nvidia)

Von
  • Carsten Spille

Die GeForce RTX 3090 ist Nvidias neue Speerspitze bei den Gamer-Grafikkarten und soll ab sofort verkauft werden. Ab 1500 Euro gibt es das Referenzmodell, von Nvidia Founders Edition genannt. Eigenkreationen der Grafikkartenhersteller von A wie Asus bis Z wie Zotac decken eine größere Spanne ab, etwa durch Übertaktung oder aufwendigere Kühlung. Zum heutigen Marktstart sind aber noch keine günstigeren Varianten verfügbar.

Die 3090-Karten der Nvidia-Partner sind allerdings schon allesamt fertig und stehen in den Startlöchern, sodass niemand, der es nicht will, auf lieferbare Founders Editionen aus Nvidias Webshop warten muss. Selbst der Hersteller warnt angesichts der katastrophalen Lieferbarkeit der RTX 3080, dass zum Launch auch von der RTX 3090 nur eine begrenzte Stückzahl zur Verfügung stehe.

Wie die Founders Edition setzt so gut wie jedes Design auf sehr lange Kühler, die mehr als zwei Slots in der Breite belegen. Die Founders Edition nutzt dabei jedoch ein sehr kompaktes Board-Design, sodass ein Großteil der Fläche und des Volumens für den Kühler zur Verfügung stehen.

Bei Asus sind die vergleichsweise günstige TUF Gaming und die mit rund 1800 Euro sehr teure ROG Strix am Start. Von Gainward etwa gibt es die RTX 3090 Phoenix GS. Gigabyte Eagle OC gehört mit einem Preis von rund 1500 Euro zu den günstigeren Modellen, auch Inno3Ds Gaming X3 bleibt noch innerhalb von 100 Euro Aufpreis gegenüber der Founders Edition.

RTX 3090: Kompaktes Board unter großem Kühler

(Bild: Nvidia)

Für einen Aufpreis von rund 700 Euro zur bislang noch so gut wie nicht lieferbaren GeForce RTX 3080 bietet die 3090 einen wesentlich satteren Speicherausbau, der mit 24 GByte dem der Titan RTX der Turing-Generation entspricht, die über 2700 Euro kostet. Das soll vor allem für Aufgaben abseits von Spielen, also bei der Bearbeitung von hochauflösendem Videomaterial oder beim 3D-Rendering komplexer Modelle von Vorteil sein. Nvidia nennt etwa Autodesk Arnold, Blender, V-Ray, Cinema 4D oder Redshift als Beispiele, in denen die RTX 3090 deutlich schneller als die Titan RTX arbeiten soll.

Aber auch wer in 8K-Auflösung spielen will, wird zumindest mit der Speichermenge nicht in Verlegenheit kommen. Eher schon mit der verfügbaren Rohleistung, denn die in gesponserten Youtube-Videos vorab gezeigte 8K-Spieleleistung wurde vorwiegend mit Deep-Learning Super-Sampling ermittelt – dabei wird das Spiel in einer geringeren Auflösung berechnet und mithilfe der Tensor-Kerne und einem fertig trainierten neuronalen Netz auf die Zielauflösung hochskaliert. Inzwischen gelingt das auch in ziemlich guter Qualität. In echtem 8K laufen sehr anspruchsvolle Spiele wie Control oder Wolfenstein Youngblood den höchsten Einstellungen nicht mehr flüssig, E-Sports-Titel oder MMORPGs wie World of Tank, Rocket League oder World of Warcraft hingegen schon – so Nvidia.

Die Rechenleistung der RTX 3090 ist auf dem Papier zwar 20 Prozent höher als bei der RTX 3080, in Spielen bis einschließlich der 4K-Auflösung bringt die RTX 3090 selbst laut Nvidia nur einen geringen Vorteil gegenüber der wesentlich günstigeren RTX 3080: 10 bis 15 Prozent nennt der Hersteller aus Hausnummer auf seiner Website. Damit liegt der Vorsprung noch unter der auf dem Papier 20 Prozent höheren Rechenleistung. Der naheliegende Grund: Beide neuen RTX-Modelle stoßen an die Grenzen ihrer Leistungsaufnahme und dort hat die RTX 3090 mit 350 Watt nicht einmal 10 Prozent mehr Reserve als die RTX 3080 mit 320 Watt.

Nvidia GeForce RTX 3000 im Vergleich
GeForce RTX 3090 FE GeForce RTX 3080 10 GB FE GeForce RTX 3070 FE GeForce RTX 2080 Ti FE
GPU Ampere (GA102) Ampere (GA102) Ampere (GA104) Turing (TU102)
Graphics Processing Cluster (GPC)
7
6
6
6
Shader-Rechenkerne 10496 8704 5888 4352
GPU-/Turbo-Takt 1400 / 1695 MHz 1440 / 1710 MHz 1500 / 1725 MHz 1350 / 1635 MHz
theoretische Rechenleistung FP32
35,6 TFlops 29,8 TFlops 20,3 TFlops 14,2 TFlops
Grafikspeicher 24 GByte GDDR6X 10 GByte GDDR6X 8 GByte GDDR6 11 GByte GDDR6
Speichertransferrate
936 GByte/s 760 GByte/s 448 GByte/s 616 GByte/s
Rasterendstufen 112 96 96 96
Raytracing- / Tensor-Kerne
82 / 328 68 / 272 46 / 184 68 / 544
Leistungsaufnahme (Total Graphics Power)

350 Watt
320 Watt 220 Watt 260 Watt
Stromanschlüsse 1 × 12-polig (Adapter auf 2 × 8-Pol) 1 × 12-polig (Adapter auf 2 × 8-Pol) 1 × 8-polig 2 × 8-polig
Systemschnittstelle
PCIe 4.0 x16 PCIe 4.0 x16 PCIe 4.0 x16 PCIe 3.0 x16
Multi-GPU NVLink (max. 2 Karten)
Nicht unterstützt Nicht unterstützt NVLink (2 Karten)
Preis 1499 Euro (UVP) 699 Euro (UVP) 499 Euro (UVP) ca. 1050 Euro

Laut unserem Preisvergleich sind zum Launch bereits einige Modelle der GeForce RTX 3090 aufgeführt. Wie schon bei der GeForce RTX 3080 jedoch sind die zum Start lieferbaren Bestände bereits wenige Minuten später abverkauft und potenzielle Käufer müssen sich noch in Geduld üben.

Einen Test der GeForce RTX 3090 lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von c't.

(csp)