Gedenkstätte arbeitet an digitaler Datenbank zu KZ-Gefangenen

Die Datenbank soll Angehörige, Forscher und Gedenkstätten bei der Suche nach vermissten Personen unterstützen und Verfolgungsgeschichten nachvollziehbar machen.

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(Bild: Konzentrationslager Struthof, Andreas Klug (CC BY-SA 3.0))

Von
  • Niklas Dierking
  • mit Material der dpa

Im früheren KZ-Komplex Natzweiler-Struthof wurden Menschen systematisch nummeriert, gequält und getötet. 22.000 Menschen kamen dort um. Ein deutsch-französisches Team will nun mit einer Online-Datenbank an das Schicksal der 52.000 Menschen erinnern, die von 1941 bis 1944 im deutschen KZ Natzweiler-Struthof im besetzten Frankreich untergebracht waren.

"In der Datenbank sollen möglichst alle Personen erfasst werden, die im Konzentrationslager Natzweiler und in den mehr als 50 Außenlagern im Elsass, in Lothringen, in Württemberg, Baden, Hessen und dem heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz inhaftiert waren", sagte der Historiker und Vorsitzende des Vereins KZ-Gedenkstätte Mannheim-Sandhofen, Marco Brenneisen. Er ist an dem Datenbankprojekt federführend beteiligt.

Grundlegende Informationen können Interessierte bereits auf der Website der Natzweiler-Gedenkstätte einsehen, allerdings befinde sich das Projekt noch in einem Beta-Stadium. Herausforderungen bei der Erstellung der Datenbank bestehen in den unterschiedlichen Schreibweisen sowie in Fragen des Datenschutzes, erklärt das Gedenkstätten-Netzwerk.

Geplant seien letztlich zwei unterschiedliche Versionen der Datenbank: eine reduzierte, öffentliche Version, die sich auf der Webseite abrufen lässt, sowie eine interne, passwortgeschützte Version für am Projekt beteiligten Gedenkstätten und interessierte Forscher. Zunächst müssten jedoch die datenschutzrechtlichen Fragen geklärt werden, gab Brenneisen gegenüber der dpa an.

"Die Datenbank stellt eine Art digitales Gedenkbuch dar, mit dem an die einst zu Nummern degradierten Menschen und ihre individuelle Verfolgungsgeschichte namentlich erinnert werden soll", sagte Brenneisen. Auch sollen Angehörige, Forscher und Gedenkstätten bei der Suche nach vermissten Personen unterstützt werden.

(ndi)