Gedruckte Diamanten

Ein Maschinenbauer hat einen neuen Verbundswerkstoff entwickelt. Damit kommen künstliche Edelsteine per Knopfdruck aus dem 3D-Drucker.

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(Bild: Sandvik Group)

Von
  • Anna Hoffmann

Der schwedische Maschinenbauer Sandvik hat ein Problem gelöst, das bereits seit den 50er Jahren besteht: Synthetische Diamanten lassen sich nur sehr schlecht formen.

Nun haben die Schweden ein Verfahren entwickelt, künstliche Diamanten per 3D-Druck herzustellen, genauer gesagt per Stereolithografie.

Dabei wird Diamantpulver in einem flüssigen Polymer Schicht für Schicht mit einem UV-Laser bestrahlt, ausgehärtet und zuletzt nachbearbeitet. An dieser Stelle unterscheidet sich Sandviks Herstellungsverfahren von dem gewöhnlichen Stereolithografie-Druck.

Die Ingineure haben einen aufwändigen, proprietären Nachbearbeitungsprozess entwickelt. Um Nachahmer zu vermeiden, bleibt die Durchführung zunächst ein Betriebsgeheimnis. So viel sei aber gesagt: Die physikalischen Eigenschaften des Fake-Diamanten sind vergleichbar mit denen eines Echten.

Er ist sehr hart, wärmeleitfähig, sowie hitze- und korrosionsbeständig. Das einzige Manko ist wohl seine matte Oberfläche. Deshalb eignet er sich auch weniger als Schmuck denn als technisches Material.

Durch Sandviks Verfahren können Diamanten nun in nahezu jeder Gestalt entstehen. Der Ingenieur muss lediglich die gewünschte Form mit einer CAD-Software erstellen, und der 3D-Drucker übernimmt den Rest.

So ergeben sich für die Industrie neue Perspektiven, um das härteste natürliche Material einzusetzen – etwa als Zahnbohrer, als Implantat, oder als Werkstoff für präzise und verschleißfeste Werkzeuge im Bergbau.

(bsc)