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Gefährliche Pflanze: Philodendron schwingt Machete

Wenn Pflanzen sich wehren könnten, zeigt ein Kunstprojekt. Ein Philodendron gibt als "Gehirn" Impulse an einen Mikrocomputer, der einen Roboterarm steuert.

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(Bild: David Bowen (Screenshot))

Pflanzen entwickeln mitunter ein Eigenleben, wenn sie etwa unkontrolliert den Garten zuwuchern. Gefährlich werden sie Menschen meist nur dann, wenn sie giftig sind oder eine Allergie auslösen. Etwas martialischer mutet da der Philodendron des Künstlers David Bowen an. Die eigentlich harmlos anmutende Zimmerpflanze steuert mit ihren elektrischen Impulsen einen Roboterarm, der dann mit einer Machete rumfuchtelt.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Bowen nutzt in seinem Kunstprojekt "Plant Machete" elektrische Signale, die Pflanzen entlang ihrer Leitgefäße in den Blättern durchleiten, etwa dann, wenn äußere Einflüsse wie Kälte und Wärme auf sie wirken. Mit fünf Sensoren, wie sie für die Elektroenzephalographie (EEG) genutzt werden, greift Bowen die Signale an den Blättern ab und wertet sie in Echtzeit von einem Arduino-Microcomputer aus. Ein Raspberry Pi setzt die Daten in unterschiedliche Bewegungsanweisungen für die Motoren in einem mehrachsigen Roboterarm um, der eine Machete hält.

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"Auf diese Weise werden die Bewegungen der Machete auf der Grundlage des Inputs der Pflanze bestimmt", beschreibt Bowen das Projekt auf seiner Website. "Im Grunde ist die Pflanze das Gehirn des Roboters, das die Machete steuert und bestimmt, wie sie schwingt, zusticht, schneidet und im Raum interagiert."

Den Anstoß für das Projekt gab eine Überlegung Bowens, was passieren würde, wenn man einer gewöhnlichen Zimmerpflanze zur Verteidigung eine Machete in die Hand geben würde – also das Werkzeug, das dazu genutzt wird, um Pflanzen abzuschlagen.

David Bowen beschäftigt sich in seinen Kunstprojekten, die er auf seinem Vimeo-Kanal bereithält, mit der Verbindung von bioorganischer und mechanischer Welt. So ließ er bereits eine Pflanze mit ihren elektrischen Impulsen eine Drohne ansteuern oder Stubenfliegen einen Revolver kontrollieren.

(olb)