Gefährliche Verschwörungserzählung: Auch Youtube verstärkt Vorgehen gegen QAnon

Als letzte große US-Plattformen hat Youtube ein schärferes Vorgehen gegen QAnon angekündigt. Die Plattform war wichtig für die Verschwörungstheoretiker.

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(Bild: wolfstudiobkk/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Wenige Tage nach Facebook hat nun auch Youtube ein härteres Vorgehen gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien wie QAnon angekündigt, die als Begründung für Gewalt vorgebracht würden. Damit ist die Google-Tochter die letzte große US-Plattform, die auf die Sorgen angesichts des wachsenden Einflusses der QAnon-Bewegung reagiert. Die hatte im Zuge der Proteste gegen die Anti-Corona-Maßnahmen jüngst unter anderem auch in Deutschland an Zulauf gewonnen und das, nachdem die US-Bundespolizei solche abseitigen Verschwörungstheorien intern bereits 2019 als inländische terroristische Bedrohung eingestuft hatte.

In einem Blogeintrag versichert Youtube nun, einen weiteren Schritt im Kampf gegen Hass und Belästigungen zu unternehmen. Es würden noch mehr verschwörungstheoretische Inhalte entfernt, die als Legitimation für Gewalt vorgebracht würden. Beispielsweise würden Inhalte fortan nicht mehr toleriert, die nahelegen, dass jemand in eine dieser behaupteten Verschwörungen verwickelt sei. Nachrichtliche Beiträge seien davon nicht betroffen, der Kontext bleibe wichtig. Die neuen Regeln würden ab sofort umgesetzt und deren Durchsetzung in den kommenden Wochen verschärft. Beobachter der Szene haben bereits erste Kanalsperrungen beobachtet.

Die Verschwörungserzählung um "Q" ist jung, sie wird seit 2017 verbreitet. Sie handelt davon, dass US-Präsident Trump dabei ist, die Welt vor einem satanischen Kult aus Pädophilen und Kannibalen zu retten. Ihren Ursprung hat sie auf dem Imageboard 4chan, inzwischen wird sie über 8chan verbreitet. Die enge Verbindung zu 8chan haben zu Spekulationen geführt, dass der Betreiber Jim Watkins etwas damit zu tun hat. Weite Verbreitung hat QAnon erst über Multiplikatoren gefunden, die die Inhalte über Youtube, Facebook & Co. einem breiteren Publikum zugänglich machten. Dabei sind die QAnon-Lügen anschlussfähig für Demokratiefeinde, Rechtsextreme und Antisemiten, Beobachter warnen außerdem vor dem hohen Gewaltpotenzial der Szene. Twitter war im Juli als erste große Plattform verstärkt dagegen vorgegangen.

(mho)