Gegen Stalking: Apples Airtags sollen lauter Alarm schlagen

Stalkingopfer – aber auch Diebe – werden künftig besser hörbar gewarnt, wenn sich ein unbekannter Tracker mit ihnen bewegt. Apple schraubte dafür an den Tönen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 18 Beiträge
Paris,,France,-,May,2,,2021:,Pov,Holding,Airtag,Fire

(Bild: Wachiwit/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple ist derzeit dabei, eine neue Software für seine Ultra-Wideband- und Bluetooth-Tracker "AirTags" auszuspielen, die eine Veränderung bei der Alarmierung von Menschen bringt, die mit den Geräten womöglich verfolgt werden. Das Firmware-Update 1.0.301 soll bis Mitte Mai auf allen AirTags landen (gestufter Rollout) und lässt sich von Nutzerinnen und Nutzern auch nicht unterbinden.

Der Konzern verbessert mit der Aktualisierung den Stalking-Schutz der Tracker. Dazu schraubt Apple am Tonsignal, das die AirTags nach einer gewissen Zeit abgeben, wenn sie mit ihnen nicht gehörenden Personen reisen. "Wir haben den "Unerwünschtes Tracking"-Klang anders gestimmt, damit ein unbekannter AirTag leichter lokalisiert werden kann", so Apple in einem neuen Supportdokument. Dieses "Tuning" nutzt lautere Töne stärker als zuvor.

Apple war in den Monaten nach dem Verkaufsstart der AirTags immer wieder mit Berichten konfrontiert worden, laut denen Menschen die Tracker zum Stalking eingesetzt hatten – sei es nun bei einem/einer Ex, von Fremden oder gar zur Vorbereitung von Autodiebstählen. Behörden hatten daraufhin vor den Geräten offiziell gewarnt. Apple hatte einen besseren Stalking-Schutz in Aussicht gestellt, zu diesen Maßnahmen gehört jetzt auch der lautere Klang.

Sollte man die UWB-Tracker zum Diebstahlschutz seines Hab und Gut einsetzen, sorgt die lautere Warnung natürlich dafür, dass auch Kriminelle schneller alarmiert werden und die AirTags schlicht deaktivieren (dazu reicht das Aufdrehen, um den Batteriekontakt zu lösen). Apple betont, die unter 30 Euro teuren Geräte seien schlichte Finde-Tracker, was ihre Einsatzmöglichkeiten allerdings deutlich beschränkt. Direkte Warnungen vor unerwünschten Trackern gibt es auch an iPhones und – mit einer speziellen App – an Android-Geräte.

Die AirTags sind auch deshalb so erfolgreich, weil Apples "Wo ist?"-Netzwerk stark ausgebaut ist. Jedes iPhone in der Nähe der Tracker dient zur Lokalisierung via UWB oder Bluetooth, entsprechend genau ist die Ortsbestimmung auch. Apple ist das erste Unternehmen, welches überhaupt einen Stalking-Schutz in diese Gerätekategorie integriert. Konkurrenten wie Tile ziehen erst nach.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(bsc)