Gehaltsreport: Hohes Einstiegsgehalt bei IT-Fachkräften

Zu wenige Fachkräfte sowie eine große Wechselbereitschaft zwingen Arbeitgeber dazu, attraktive Konditionen zu bieten. Die Gehälter sind entsprechend hoch.

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(Bild: Michael Page Deutschland GmbH)

Von
  • Ute Roos

Der Mangel an Fachkräften insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Softwareentwicklung sorgt für Gehaltsanstiege zwischen 15 und 30 Prozent. Außerdem erhalten Kandidaten am Tag bis zu 50 Jobangebote und führen viele Gespräche parallel. Diese Zahlen nennt der „Gehaltsreport 2022 Information Technology“ der auch in Deutschland ansässigen britischen Personalberatungs- und -vermittlungsunternehmen Michael Page und Page Personnel. Der Report gliedert sich in die beiden Teile Fach-/Führungskräfte und Zeitarbeitskräfte.

Die gesuchten Fach- und Führungskräfte unterscheiden sich in den Tätigkeitsfeldern von den gefragten Spezialisten der Zeitarbeitsbranche (Abbildung 1).

(Bild: PageGroup)

Bei den Fach- und Führungskräften sind insbesondere Positionen wie Product Owner oder Java-Softwareentwickler zu besetzen (Abbildung 1). In der Zeitarbeitsbranche sind eher Spezialisten für den IT-Support gefragt (Abbildung 2). Auch Quereinsteiger haben gute Chancen, so die Studie. Damit Unternehmen ihre offenen Stellen besetzen können, müssen die Arbeitsbedingungen attraktiv sein: Neben Gehältern spielen die Unternehmenskultur und häufig auch die Flexibilität in Sachen Homeoffice eine Rolle. Für Arbeitgeber erschwerend kommt dazu, dass die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer sehr hoch ist – insbesondere, wenn die Konkurrenz attraktive Angebote macht.

Die Branchen, die am meisten IT-Personal benötigen, sind bei Fach-/Führungskräften und Zeitarbeitskräften dieselben (Abbildung 2).

(Bild: PageGroup)

Dennoch fallen die Gehälter stark unterschiedlich aus, je nach Berufserfahrung und Funktionsbereich. Mit sechsstelligen Gehältern kann rechnen, wer eine Führungsposition innehat. Im Mittel liegt das Gehalt eines Teamleiters Infrastruktur etwa bei 105.000 Euro alle genannten Zahlen sind Bruttojahresgehälter). Die Spitzenverdiener der Branche mit einem Mediangehalt von 180 000 sind die Chief Information Officers (CIOs) und Chief Technology Officers (CTOs).

IT-Gehälter 2021

Je nach Berufserfahrung und Funktion differieren die Bruttojahresgehälter erheblich (Abbildung 3).

(Bild: PageGroup)

Doch auch auf der Ebene der Führungskräfte zeigen sich große Gehaltsunterschiede. Während das Mediangehalt eines Teamleiters SAP/ERP 116.000 Euro beträgt, liegt das eines Teamleiters Software mit 100.000 um 16.000 Euro darunter. Bei Fachexperten hängt das Gehalt von der Position ab. So erhält ein Data Scientists im Mittel 62 900 Euro liegt, ein Infrastrukturarchitekt dagegen 91.500 Euro und somit rund 29 000 Euro mehr im Jahr. Im Branchenvergleich liegt der Infrastrukturarchitekt damit auf dem ersten Platz, gefolgt von SAP-Entwicklern (90.300 Euro), Sicherheitsarchitekten (90.000 Euro) und SAP-Analysten (81.300 Euro).

Auch die Gehälter der Zeitarbeitskräfte variieren stark (Abbildung 4).

(Bild: PageGroup)

Die am besten bezahlten Experten unter den Zeitarbeitskräften sind Datenarchitekten (55.000 Euro), Windows-Systemadministratoren (53.000 Euro) und Datenanalysten (52.500 Euro). Auch hier differiert das Gehalt je nach Position: Mit einem Gehalt von 55 000 Euro verdient ein Datenarchitekt jährlich 20.000 Euro mehr als ein First-Level-Support-Spezialist. Je nach Position können sich Gehälter um bis zu 26.500 Euro im Jahr unterscheiden.

Die Zahlen des Reports basieren auf Befragungen von 500 Bewerbern, selbst durchgeführten Vermittlungen sowie Stellenanzeigen von Online-Jobbörsen und Unternehmenswebseiten. Erhebungszeitraum war Januar bis Dezember 2021. Verschiedene Gehaltsreports können gegen Abgabe persönlicher Daten von der Webseite des Unternehmens heruntergeladen werden.

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(ur)