Geldboten gehen in Warnstreiks – Bargeld an Geldautomaten könnte rar werden

Auch nach der dritten Verhandlungsrunde über die Bezahlung von Geldboten ist die Gewerkschaft Verdi mit dem Angebot der Arbeitgeber nicht zufrieden.

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(Bild: sparkasse.de)

Von
  • Andreas Wilkens
  • mit Material der dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit Geldboten zu Warnstreiks aufgerufen, die Geldautomaten mit Bargeld befüllen. Je nach Regionen und Betrieben unterschiedlich sollen die Warnstreiks zwischen dem heutigen Freitag, 1. Juli, und Dienstag, 5. Juli 2022, stattfinden, teilte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mit. Daher sollten sich die Menschen vorsorglich ausreichend mit Bargeld versorgen.

Verdi und die Arbeitgeber verhandeln zurzeit über den Entgelttarifvertrag für die 11.000 Beschäftigten in der Geld- und Wertdienstebranche. Auch die dritte Verhandlungsrunde sei ergebnislos verlaufen, teilte Verdi mit. Ab 6. Juli soll weiter verhandelt werden.

Verdi fordert je nach Region und Dienstleistung eine Anhebung der Stundenlöhne auf 16,19 Euro bis 20,60 Euro. Für betriebliche Angestellte will die Gewerkschaft 11 Prozent höhere Löhne und Gehälter durchsetzen. Die Arbeitgeber hatten am Mittwoch eigenen Angaben zufolge "effektive Stundengrundlohnerhöhungen" zwischen 10,75 und 13,7 Prozent je nach Region in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 22 Monaten angeboten.

Die Arbeitgeber hätten zwar ihr Angebot nachgebessert, es liege aber noch weit von den Forderungen und den tatsächlichen Bedürfnissen der Kolleginnen und Kollegen entfernt, meint Verdis Tarifkommission. Die angebotenen Erhöhungen deckten nicht vollständig die aktuelle Inflationsentwicklung ab, sie führten auch nicht zu der von Verdi geforderten Anpassung der Löhne über die Bundesländer hinweg.

Außerdem würden die prozentualen Erhöhungsbeträge dazu führen, dass sich die Schere in Euro-Beträgen zwischen den Bundesländern, Beschäftigtengruppen und Abteilungen noch weiter spreize. Verdi lehnt auch die angebotene Laufzeit von 22 Monaten ab, da die Gefahr bestehe, im nächsten Jahr hinter der Inflationsrate zurückzubleiben.

(anw)