Gemüsezucht in der Antarktis: Testlauf geht weiter

Seit Anfang des Jahres kümmert sich eine NASA-Forscherin um das Gewächshaus in der Antarktis. Das dient als Experimentierlabor für die Raumfahrt.

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Buncheks erste Ernte

(Bild: Alfred-Wegener-Institut)

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  • dpa

Das Extrem-Gärtnern in einer unwirtlichen Region geht in eine neue Runde: Um das Gewächshaus nahe der Neumayer III-Station in der Antarktis kümmert sich seit Januar die Botanikerin Jess Bunchek von der US-Raumfahrtbehörde NASA. Vor ein paar Tagen fuhr sie die erste Salat- und Kräuter-Ernte ein, wie sie am Dienstag bei einer Online-Liveschaltung ins Gewächshaus sagte.

Bunchek erforscht, wie Astronauten zukünftiger Mond- und Marsmissionen mit möglichst wenig Zeit- und Energieeinsatz viel frisches Gemüse züchten können. Sie bleibt über ein Jahr in der Antarktis, so wie auch das zehnköpfige Team der vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut betriebenen Neumayer III-Station.

Seit drei Jahren steht das 13 Quadratmeter große Gewächshaus "Eden ISS" des DLR in der Antarktis. Als erster Gärtner war DLR-Ingenieur Paul Zabel über ein Jahr vor Ort, um zu säen, zu wässern, zu ernten und die Prozesse zu dokumentieren. Unterstützt wurde er dabei vom DLR-Kontrollzentrum in Bremen. Die Pflanzen wachsen ohne Erde unter künstlichem Licht und werden mit einer Nährstofflösung besprüht.

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Im ersten Testlauf habe sich gezeigt, dass der Betrieb noch zu viel Zeit in Anspruch nehme, sagte Projektleiter Daniel Schubert. "Nun arbeiten wir daran, Abläufe und Prozeduren zu optimieren." Denn Arbeitszeit werde bei späteren Weltraummissionen ein kostbares Gut sein. Die NASA will zudem eine Pflanzenbewässerung testen, die unter Schwerelosigkeit funktioniert.

(mho)