Chipauftragsfertiger TSMC schafft Rekordquartal auch ohne Huawei

Rund 5 Milliarden US-Dollar Gewinn hat TSMC innerhalb von drei Monaten erwirtschaftet. 5-nm-Technik machte bereits einen großen Teil aus.

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(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Von
  • Mark Mantel

Chipauftragsfertiger TSMC hat im vierten Quartal 2020 etwa 12,7 Milliarden US-Dollar eingenommen, wovon ziemlich genau 5 Milliarden US-Dollar als Gewinn übrigblieben. Im gesamten Jahr 2020 kam TSMC somit auf einen Umsatz von 45,5 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 17,6 Milliarden US-Dollar.

Die Geschäftszahlen hat TSMC kürzlich bekannt gegeben. Verglichen mit dem vierten Quartal 2019 stiegen Umsatz und Gewinn um 14 beziehungsweise 23 Prozent. Das Unternehmen ist der weltweit mit Abstand größte Chipauftragsfertiger: Dahinter folgt Samsung Semiconductor, dessen Quartalsumsatz Marktforscher Trendforce zum Jahresende auf rund 3,7 Milliarden US-Dollar schätzt.

Vom Oktober bis Dezember 2020 hat TSMC die Produktion von Siliziumchips mit Strukturbreiten von 5 Nanometern hochgefahren. Der Umsatzanteil des 5-nm-Prozesses stieg folglich von 8 Prozent im dritten Quartal 2020 auf hohe 20 Prozent im vierten Quartal. Analog sanken die Einnahmen mit 7- und 16-nm-Technik auf 29 beziehungsweise 13 Prozent (vorher: 35 / 18 Prozent). Der größte Abnehmer ist Apple mit dem Mobilprozessor A14 für die iPhone-12-Generation und das iPad Air 4 sowie dem M1 für die ARM-Macs.

TSMCs Umsatz nach Fertigungsprozessen aufgeschlüsselt: Die Einnahmen mit 5-nm-Technik stiegen im vierten Quartal 2020 stark an.

(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Huawei-Tochter HiSilicon hatte die Produktion des 5-nm-Prozessors Kirin 9000 für das Mate 40 Pro im vergangenen Sommer bereits anlaufen lassen, kann wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China jedoch keine neuen Chips mehr bei TSMC bestellen. Infolge sank der Umsatzanteil chinesischer Firmen bei TSMC innerhalb eines Quartals von 22 auf 6 Prozent. Die frei gewordene Kapazität haben größtenteils US-Firmen aufgekauft – deren Anteil stieg von 59 auf 73 Prozent.

Im Dezember 2020 machten Gerüchte die Runde, dass TSMC Großkunden keine Mengenrabatte mehr gewähren würde. Ein Blick auf die operative Marge untermauert das: Innerhalb eines Quartals stieg diese von 42,1 auf 43,5 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 4,3 Prozentpunkte. Dank Kapazitätsausbau hat TSMC 2020 fast 12,4 Millionen Silizium-Wafer belichtet – 23 Prozent mehr als 2019. Die Börse reagierte mit einem leichten Plus auf die Geschäftszahlen.

(mma)