Geschäftszahlen: Intel kratzt dank Steuertricks an Rekordgewinn, Aktie stürzt ab

Im vergangenen Quartal hat Intel einen Steuersatz von nur 0,5 Prozent gezahlt und den Gewinn dadurch um 60 Prozent gesteigert.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Intels Bekanntgabe der Geschäftszahlen ist kurios wie lange nicht mehr, angefangen beim Umsatz und Gewinn: Die Firma hat den Umsatz im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 19,2 Milliarden US-Dollar gesteigert, während der Gewinn um verblüffende 60 Prozent auf 6,8 Milliarden US-Dollar stieg. Nur im vierten Quartal 2019 hatte Intel mit gut 6,9 Milliarden US-Dollar einen höheren Gewinn.

Das Plus erreichte Intel mithilfe eines stark verringerten Steuersatzes von gerade einmal 0,5 Prozent statt üblicherweise rund 15 Prozent. Infolge stieg auch die Bruttomarge von 53,1 auf 56 Prozent. In der Bekanntgabe zu den Geschäftszahlen geht Intel nicht weiter auf den Steuersatz ein.

Der Ausblick auf das kommende Quartal offenbart allerdings, dass Intel umlegt: Der Steuersatz soll da bei hohen 37 Prozent liegen und die Bruttomarge auf 51,4 Prozent fallen. So niedrig war Intels Bruttomarge zuletzt im Sommer 2019. Der erwartete Umsatz soll unverändert bleiben, der Gewinn dürfte jedoch einbrechen. Intels Aktie ist nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen mit einem Minus von 9 Prozent auf gut 43 Euro nach unten gekracht.

Weitere Auffälligkeit: Bei den Quartals-Highlights zählt Intel vier Punkte zur eigenen Halbleiterfertigung auf, bevor es um die eigenen Prozessoren und Grafikchips geht, etwa die kommende Generation Alder Lake (Core i-12000). Auch CEO Pat Gelsinger legt im üblichen Zitat den Fokus auf das Integrated Device Manufacturing (IDM) 2.0, also den Ausbau der eigenen Chipauftragsfertigung für andere Firmen.

Die Client Computing Group (CCG) rund um Prozessoren für Desktop-PCs und Notebooks war mit einem Minus von 2 Prozent auf einen Umsatz von 9,7 Milliarden US-Dollar leicht rückläufig, ebenso die vergleichsweise kleine Non-volatile Memory Storage Group (NSG) rund um NAND-Flash und Optane-Speicher mit einem Minus von 4 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar.

Den Fokus legt Intel daher auf die deutlich besser laufenden Sparten rund um Rechenzentren, IoT und Automotive: Alle drei erzielten Rekordumsätze: Die Data Center Group (DCG) 6,5 Milliarden US-Dollar (+ 10 Prozent), die Internet of Things Group (IOTG) 1 Milliarde US-Dollar (+ 54 Prozent) und Mobileye 326 Millionen US-Dollar (+ 39 Prozent). Intel hat dieses Jahr unter anderem mit der Auslieferung der ersten 10-Nanometer-Prozessoren für Server begonnen – Ice Lake-SP.

(mma)