Gesundheitsakte & Co: Warken verspricht BetriebsstabilitÀt und Ausfallsicherheit
Warken verspricht auf der Digital Health Conference nicht nur eine bessere StabilitÀt von E-Rezept und Patientenakte, sondern auch digitale SouverÀnitÀt.
Nina Warken auf der Digital Health Conference des Digitalverbands Bitkom.
(Bild: Marie-Claire Koch / heise medien)
âIn Zeiten des demografischen Wandels, knapper Ressourcen und in Teilen ĂŒberbordender BĂŒrokratie sind wir mehr denn je auf die Chancen der Digitalisierung angewiesenâ, betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken anlĂ€sslich des JubilĂ€ums des Digitalverbands Bitkom auf der diesjĂ€hrigen Digital Health Conference.
Als âGamechangerâ bezeichnete Warken die elektronische Patientenakte, die inzwischen alle gesetzlich Versicherten haben â sofern kein Widerspruch erfolgt ist. âSie ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt einer guten, sektorenĂŒbergreifenden und datenbasierten Versorgungâ, ist sich Warken sicher. Als positive Funktion der ePA nannte Warken die Medikationsliste. Der Nutzen der Digitalisierung mĂŒsse Ărzten und Apothekern und auch Versicherten helfen. Voraussetzung dafĂŒr sei jedoch, dass die Dienste zuverlĂ€ssig verfĂŒgbar sind. Gerade am Dienstag gab es allerdings wieder eine Störung der elektronischen Patientenakte.
âDigitalisierung, das wissen wir alle, kann nur dann ihre Vorteile voll entfalten, wenn die digitalen Angebote verlĂ€sslich verfĂŒgbar sindâ, gestand Warken ein, die dafĂŒr die Digitalstrategie und damit auch Gesetze wie das Gesundheitsdatennutzungsgesetz weiterentwickeln will. Digitalisierung sollte eine Entlastung und keine Belastung sein. BezĂŒglich geplanter Gesetzesvorhaben sprach Warken zudem das Medizinregistergesetz an, das die leichtere Erhebung und VerknĂŒpfung von Registerdaten ermöglichen soll.
âDigitale SouverĂ€nitĂ€tâ
âEnormes Potenzialâ sieht Warken dabei im EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraum (EHDS), in den die Daten vom Forschungsdatenzentrum Gesundheit flieĂen sollen â selbstverstĂ€ndlich âim Interesse von Patientinnen und Patienten, Leistungserbringern, Forschenden, Innovatoren, Regulierungsbehördenâ. Zudem sollen beispielsweise auch Daten zu Rezepten auf EU-Ebene verfĂŒgbar gemacht werden. Leitbild sei daher ein âdezentrales, vernetztes, europĂ€isch anschlussfĂ€higes Gesundheitsdaten-Ăkosystem, das dann wirklich Innovationen ermöglicht und so unsere digitale SouverĂ€nitĂ€t in Deutschland und Europa stĂ€rktâ, erklĂ€rte Warken, wobei sie wiederholt den EHDS als einen Baustein fĂŒr die digitale SouverĂ€nitĂ€t bezeichnete.
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Gesundheitsdaten: Schatz fĂŒr Forschung und Innovation
FĂŒr die Anbindung an den EHDS auf nationaler Ebene wurde im Oktober das Forschungsdatenzentrum Gesundheit eröffnet, obwohl es noch Unklarheiten beim Sicherheitskonzept gibt. Die Eröffnung ist laut Warken ein âwirklicher Meilenstein fĂŒr die Gesundheitsdateninfrastruktur, fĂŒr die Digitalisierung in Deutschlandâ, ist sich Warken sicher.
âWir haben dort in dem Forschungsdatenzentrum jetzt die verfĂŒgbaren Daten von ĂŒber 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten hinterlegt. Die sind ein groĂartiger Schatz fĂŒr unsere Forschung, fĂŒr die Entwicklung und fĂŒr die Innovationâ, sagte Warken. Der Datenschatz sei weltweit einmalig, wie auch bereits der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf der vergangenen DHC sagte. AntrĂ€ge fĂŒr den Zugang zu den Daten sind bereits eingegangen. Bis die aggregierten Daten freigegeben werden, könnte es aber noch dauern.
âDatenschutz wirklich hochhaltenâ
Damit sei Deutschland international konkurrenzfĂ€hig. An der Stelle sei es auch gelungen, ânicht immer nur ĂŒber Datensicherheit und Datenschutz zu sprechen und zu besprechen, was alles nicht möglich ist, sondern wir haben hier gewĂ€hrleistet, dass wir Datensicherheit, Datenschutz wirklich hochhalten und gleichzeitig aber die Datennutzung ermöglichen, einen Datensatz auch wirklich als Datenschatz verstehen und damit einen groĂen Schritt gegangen sind und auch eine Art Umdenken geschaffen habenâ, sagte Warken.
KI-Reallabore
FĂŒr europĂ€ische Innovationen sollen dann auch EU-Daten genutzt werden, um KI-Modelle zu entwickeln und zu trainieren. KI-Reallabore sollen kĂŒnftig Start-ups und kleinen Unternehmen helfen, die regulatorischen Anforderungen zu erfĂŒllen. Das alles ist laut Warken wichtig, um Deutschland als Innovations- und Wirtschaftsstandort zu stĂ€rken. âPotenzial fĂŒr echte Innovationen made in Germany gibt es nur, wenn wir hochqualitative Daten fĂŒr Forschung und Entwicklung bereitstellenâ. Die Gesundheitswirtschaft und âinsbesondere aber auch die digitale Gesundheitswirtschaftâ sind wesentliche SĂ€ulen des Standorts Deutschland.
(mack)