Gesundheitskarte: Warum dazu ermuntert wird, Notfalldaten zu speichern

Bisher haben nur wenige Menschen Notfalldaten auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte gespeichert. Eine Informationskampagne soll das ändern.

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Mann hält Krankenkassenkarte in die Kamera

Eine Informationskampagne ermuntert dazu, Notfalldaten auf der Gesundheitskarte zu speichern

(Bild: gematik GmbH)

Von
  • Marie-Claire Koch

Um das Speichern von Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bekannter zu machen, startet die Gematik GmbH in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sowie weiteren Partnern eine "Informationsoffensive". Dadurch sollen Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheken im medizinischen Notfall auf "wichtige medizinische Informationen" zugreifen können – etwa zu Vorerkrankungen, dauerhafter Medikamenteneinnahme, Unverträglichkeiten bei Medikamenten, behandelnde Ärzte oder Schwangerschaft.

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Im Jahr 2016 ist ein Pilotprojekt für diese Funktion gestartet und 2020 startete die Anwendung für Notfalldaten – zunächst testweise mit einem Krankenhaus in Westfalen-Lippe. Um Notfalldaten auf der Karte zu hinterlegen, müssen Patienten ihren Arzt oder ihre Ärztin informieren. Nachdem ein Aufklärungsgespräch erfolgt ist, werden dann die medizinisch relevanten Informationen sowie im Ernstfall zu benachrichtigende Angehörige auf der Karte gespeichert.

Notfalldatensatz

(Bild: Gematik GmbH)

Im Notfall können diese Informationen "therapieentscheidend" sein, heißt es. Nach Angaben der Gematik GmbH wüssten allerdings nur wenige Menschen über diese Möglichkeit Bescheid (14 Prozent). Ungefähr eine halbe Million Notfalldatensätze wurden von niedergelassenen Ärzten bis Ende September 2021 eingetragen, wie aus dem TI-Atlas der Gematik hervorgeht. Das sei allerdings zu wenig.

Die Relevanz der Notfalldaten auf der eGK, vorrangig für die Aufnahme und Versorgung der Patienten im Krankenhaus, betonen einige Mediziner sowie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft Dr. Gerald Gaß. "In Rettungsstellen kommt es jeden Tag zu Situationen, in denen Patientinnen und Patienten aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Anamnese beitragen können – zum Beispiel aufgrund von Schmerzen, demenziellen Erkrankungen, Drogenabusus oder Sprachbarrieren. Mit einem Notfalldatensatz auf der Gesundheitskarte wären die Ärztinnen und Ärzte mit einem Blick über mögliche Vorerkrankungen und Medikationen sowie beispielsweise über Kontaktdaten von behandelnden Kolleginnen und Kollegen informiert.", so Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Die Initiative wird unterstützt von der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands, der Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin, der Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, dem Ärzteverband Marburger Bund, der Patientenberatung der Verbraucherzentrale und der unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

(mack)