Gesundheitswesen: "Partizipativer Prozess" für Digitalisierungsstrategie

Für die Digitalisierung des Gesundheitswesens soll eine neue Strategie erarbeitet und im Frühjar 2023 vorgestellt werden. Den Startschuss gab Karl Lauterbach.

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(Bild: SOMKID THONGDEE/Shutterstock.com)

Von
  • Reza Mazhari
  • Marie-Claire Koch

Für die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist eine neue Strategie geplant, die von allen Beteiligten in einem "partizipativen Prozess" erarbeitet werden soll – unter anderem mithilfe von Experteninterviews und Fachforen. Den Startschuss dafür gab Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

In den kommenden Wochen sollen dafür unterschiedliche Arbeitsgruppen entstehen – bestehend aus Ärzten, Pflegekräften und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens. Für Frühjahr 2023 ist anschließend die Veröffentlichung eines Strategiepapiers geplant. Zum Auftakt der "Digitalisierungsstrategie Gesundheitswesen und Pflege" nahmen rund 150 vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) geladene Gäste teil.

Das BMG will die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen und der Pflege, die Patientinnen und Patienten sowie die Pflegebedürftigen und deren Angehörige intensiv einbinden. Die verschiedenen Perspektiven und Anregungen sollen durch Beteiligungs- und Dialogformate aufgenommen und zu einer Strategie entwickelt werden.

Mit einer Online-Befragung wird zunächst ein Stimmungsbild aufgenommen, der allen am Gesundheitswesen Beteiligten "Raum für Anregungen, Kritik, Positionierungen und Ideen" gibt. In Experteninterviews sollen Herausforderungen bei der Digitalisierung und in der Pflege besprochen werden und mithilfe von Experten-Workshops "gemeinsame Ziele" erarbeitet werden.

Vertreten waren unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer (Klaus Reinhardt), die Präsidentin des Deutschen Pflegerats (Christine Vogler), das Expertengremium für Interoperabilität (Sylvia Thun) und der KI-Bundesverband (Nicole Formica-Schiller). Ausländische Experten berichteten über die Digitalisierung in ihrem Land. Morten Elbæk Petersen vom dänischen Gesundheitsportal Sundhed.dk und Professor Ran Balicer aus Israel betonten beide, dass digitale Patientendaten in ihren Ländern das Gesundheitswesen maßgeblich vorantreiben würden.

Damit die Digitalisierung auch in Deutschland vorangetrieben wird, ist es laut Bundesgesundheitsminister Lauterbach wichtig "Daten [zu] nutzen, nicht nur [zu] schützen", wie auch Susanne Ozegwoski, die Abteilungsleiterin für Digitales und Innovation vom BMG, in einem Tweet hervorhebt.

(mack)