"Get the Message": Google fordert von Apple RCS-Support

Mit einer neuen Kampagne will Google dafür sorgen, dass Apple den SMS-Nachfolger in iOS unterstützt. Der iPhone-Konzern müsse Messaging "reparieren"

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(Bild: Google)

Von
  • Leo Becker

Google versucht mehr Druck aufzubauen, um Apple zur Integration des Kommunikationsstandards RCS (Rich Communication Service) zu bewegen. In einer neuen Kampagne ruft der Android-Hersteller Nutzer jetzt dazu auf, sich bei Apple über die Messaging-Probleme zwischen iOS und Android zu beschweren. Apple weigere sich, einen "modernen Textnachrichten-Standard" zu unterstützen, heißt es dort. Das sorge für viele Probleme wie den fehlenden Gelesen-Status, unscharfe Videos und den Zwang, SMS- und MMS-Nachrichten über das Mobilfunknetz statt über WLAN zu verschicken.

Textnachrichten seien außerdem weniger sicher, weil SMS eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fehlt, erklärte Google. Der lange erfolglos von Netzbetreibern vorangetriebene Kommunikationsstandard RCS ist inzwischen Teil von Google Messenger. Apple unterstützt in der auf iPhones, iPads und Macs vorinstallierten Nachrichten-App neben dem auf Apple-Hardware beschränkten Krypto-Messenger iMessage nur SMS und MMS. SMS dienen dabei als Fallback, falls etwa keine mobile Datenverbindung zum Versenden von iMessages verfügbar ist oder der Empfänger ein Android-Gerät hat.

Seit fast einem Jahr versucht Google inzwischen, Apple zur Integration von RCS zu bringen. Zuerst setzte der Android-Entwickler auf freundliche Einladungen zur Zusammenarbeit, längst wird aber ein aggressiverer Ton angeschlagen. Apple setze durch die Abschottung von iMessage auf "Gruppenzwang und Bullying" zum Verkauf seiner Produkte, schrieb Android-Chef Hiroshi Lockheimer im Januar. Apple reagierte bislang nicht auf die Kampagne, ob es Pläne gibt, RCS in die Nachrichten-App zu intergrieren, bleibt unklar.

Gerichtsdokumente zeigten im vergangenen Jahr, dass Apple intern über eine Android-Version von iMessage diskutierte, sicher aber letztlich dagegen entschied – es würde "mehr schaden als nutzen". Außerhalb der USA, wo vor allem Teenager über iMessage kommunizieren, wirkt die Debatte seltsam, längst sorgen Messenger wie WhatsApp und Signal für plattformübergreifende Kommunikation. Bewegung in den Messaging-Markt könnte aber der Digital Markets Act in Europa bringen: Große Messaging-Dienste wie iMessage und WhatsAppp müssen dem Gesetz zufolge künftig eine Basisinteroperabilität herstellen – auf Verlangen kleinerer Anbieter.

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(lbe)