Gewerkschaft: IBM Deutschland plant fast 1000 Kündigungen

Für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und die Neuausrichtung der IBM sind neue Skills gefragt. Verhandlungen zu Sozialplänen sollen in Kürze aufgenommen werden.

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(Bild: Laborant/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

IBM wird in Deutschland fast 1000 Mitarbeitern die Kündigung aussprechen. Der Konzern hat seine Aufsichtsratsgremien und die zuständigen Betriebsratsgremien in den letzten Tagen entsprechend informiert.

Die Kündigungen begründet IBM mit dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und einer Neuausrichtung der Organisation und der Skills. Dies teilte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit. Zur Umsetzung der Kündigungen sollen Verhandlungen zu Sozialplänen mit den zuständigen Gremien der zum deutschen IBM-Konzern gehörenden Gesellschaften aufgenommen werden.

Es ist allerdings noch unklar, ob es sich um betriebsbedingte Kündigungen handelt oder IBM Stellen abbauen wird. Auch welche Teile des Konzerns betroffen sind, ist noch unklar.

IBM hat letzten Herbst seine Infrastruktur-Dienstleistungen in eine neue Gesellschaft abgespalten, um sich noch stärker auf Cloud-Dienste auszurichten. In diesem Bereich hatte IBM 2018 den Open-Source-Anbieter Red Hat für umgerechnet 30 Milliarden Euro übernommen. Red Hat gehört jetzt zur Sparte Cloud & Cognitive Services. Hier konnte IBM dann auch zuletzt noch ein Umsatzwachstum verzeichnen, während die Einnahmen der übrigen Services rückläufig waren. Trotzdem konnte IBM im dritten Quartal 2020 immer noch leicht steigende Gewinne in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar einfahren, umgerechnet knapp 1,4 Milliarden Euro.

IBM-CEO Arvind Krishna hat im Oktober ein Wachstumsziel von fünf Prozent für den Konzern ausgerufen. Dazu will IBM seine Strategien weiterentwickeln und Maßnahmen zur Vereinfachung und Verbesserung des Geschäftsmodells umsetzen.

Weltweit zählt IBM rund 350.000 Mitarbeiter, in Deutschland wird die Stellenzahl auf über 10.000 geschätzt. Die Gewerkschaft ver.di protestiert gegen die Kündigungen und fordert IBM auf, die Pläne nicht umzusetzen. Infoveranstaltungen und Proteste sind in Planung.

(fds)