GirlsDoPorn: Frauen schließen Vergleich mit Pornhub

GirlsDoPorn versprach Darstellerinnen, ihre Videos nicht online zu stellen. Dennoch gab es Ausschnitte auf Pornhub. 50 Frauen verklagten Pornhub.

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Damenslip liegt auf einem Bett

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Pornhub-Eigentümer MindGeek hat mit 49 US-Amerikanerinnen und einer Kanadierin einen Vergleich geschlossen, die in Pornofilmen aufgetreten sind. MindGeek zahlt den Frauen eine nicht bekannte Summe, dafür lassen diese ihre Sammelklage gegen MindGeek und Pornhub fallen. Die Klägerinnen hatten in Filmen der Marke GirlsDoPorn mitgespielt. Dabei wollen sie auf das Versprechen vertraut haben, die Aufnahmen würden nie online gestellt, sondern nur per DVD an Sammler im Ausland verkauft.

Tatsächlich stellte GirlsDoPorn die Pornofilme auf eigene, kostenpflichtige Webseiten. Außerdem soll GirlsDoPorn Ausschnitte auf Pornhub hochgeladen haben, wo sie dann gebührenfrei abrufbar waren. Von den damit generierten Werbeeinnahme reichte Pornhub einen Teil an die Uploader weiter. Im Oktober 2019 haben US-Bundesbehörden GirlsDoPorn stillgelegt.

In ihrer Klage hatten die 50 Darstellerinnen Pornhub vorgeworfen, seit spätestens Herbst 2016 gewusst zu haben, dass GirlsDoPorn regelmäßig betrügerisch agiere. Einige der Videoausschnitte sollen sogar noch zum Zeitpunkt der Klageerhebung im Dezember 2020 auf Pornhub gehostet worden sein.

Zu der Zeit sah sich Pornhub außerdem dem Vorwurf ausgesetzt, Videos mit Vergewaltigung und Kindesmissbrauch zu verbreiten. Die MindGeek-Gruppe reagierte damals, indem sie alle von nicht-verifizierten Nutzern hochgeladenen Videos offline nahm. Neben den Uploads schränkte Pornhub auch Downloads ein.

Heute betont MindGeek, null Toleranz für illegale Inhalte auf seinen Webseiten zu haben. Vergangene Woche hat sich das Unternehmen mit den 50 Klägerinnen verglichen. Wie viel der Pornhub-Betreiber zahlt, um die Klage aus der Welt zu schaffen, bleibt geheim.

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Gefordert hatten die 50 Frauen eine Million US-Dollar pro Person, also in Summe 50 Millionen Dollar. Das wäre pro Kopf deutlich mehr gewesen, als die annähernd 13 Millionen Dollar, die ein kalifornisches Gericht Anfang 2020 22 Klägerinnen in einem Zivilverfahren gegen GirlsDoPorn selbst zugesprochen hat (Jane Doe vs. GirlsDoPorn.com, San Diego Superior Court, Az. 37-2016-00019027-CU-FR-CTL, 37-2017-00033321-CU-FR-CTL, 37-2017-00043712-CU-FR-CTL).

Strafrechtlich wurde ein geständiger Mann, der Darstellerinnen angeworben und dann an Pornofilmen mitgewirkt haben soll, zu 20 Jahren Haft verurteilt (USA v. Ruben Andre Garcia, US-Bundesbezirksgericht für das südliche Kalifornien, Az. 19-CR-4488). Zwei Männern und zwei Frauen steht ihr Strafverfahren noch bevor. Zwei von ihnen haben sich zumindest teilweise schuldig bekannt. Ein weiterer Mann, Michael James Pratt, ist flüchtig. Das FBI hat 50.000 US-Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu seiner Ergreifung führen.

Die zivilrechtliche Klage der 50 Frauen gegen MindGeek und Pornhub heißt Jane Doe v. MG Freesites et al und war am US-Bundesbezirksgericht für das südliche Kalifornien unter dem Az. 3:20-CV-2440 anhängig. Am 15. Oktober 2021 wurde das Gerichtsverfahren eingestellt.

Damit nicht zu verwechseln ist das neue Zivilverfahren Serena Fleites v. Mindgeek et al, anhängig am US-Bundesbezirksgericht für Zentralkalifornien unter dem Az. 2:21-cv-04920. Darin verklagen 34 Frauen Pornhub, weil es nicht einvernehmliche Sexvideos gehostet haben soll.

(ds)